Wagniskapital: Sprudelnde Gelder für Startups

kolumneWagniskapital: Sprudelnde Gelder für Startups

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Matthias Hohensee berichtet für die WirtschaftsWoche aus dem Silicon Valley

Kolumne von Matthias Hohensee

Die Investitionen in Startups zeigen, was das nächste große Thema im Netz wird. Neben grüner Technologie sind derzeit die Vermittlung von Finanzdienstleistungen en vogue.

Ron Conway lag richtig. Zum Jahreswechsel hatte der Investor, der unter anderem den Kurznachrichtendienst Twitter und die ortsbasierten sozialen Netzwerke Foursquare und Gowalla mit Geld und Kontakten auf die Beine half, prophezeit, dass 2010 wieder deutlich mehr Wagniskapital vergeben wird als zu Krisenzeiten. Das bestätigt nun eine Studie der Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers: Demnach flossen im zweiten Quartal in den USA 6,5 Milliarden Dollar in junge Unternehmen, rund 1,6 Milliarden Dollar mehr als in den ersten drei Monaten 2010.

Kritiker des Silicon Valley, die der High-Tech-Hochburg ein baldiges Ende prophezeiten, sind damit widerlegt: Denn rund 45 Prozent des US-Wagniskapitals floss auf die Konten von Unternehmen aus dem Silicon Valley. Mehr noch: Weitere 13 Prozent gingen an Umwelt- und Biotechnologiefirmen in Los Angeles und San Diego.

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Trend zu Finanzdienstleistungen über das Internet

Kalifornien vereinnahmt damit fast 60 Prozent des Wagniskapitals für sich. Das ist nicht schlecht für einen Staat, dem wegen seiner hohen Steuern und Abgaben ein wirtschaftsfeindliches Klima nachgesagt wird. Doch die dort verfügbaren Talente sowie großzügige Subventionen für Umwelttechnologiefirmen gleichen das Manko aus. New York hingegen – das sogenannte Silicon Alley – kann dem großen Vorbild mit gerade mal sechs Prozent Anteil am Risikokapital nicht das Wasser reichen.

Neuer Spitzenreiter beim Einsammeln von Kapital ist Shai Agassi. Der ehemalige Spitzenmanager des deutschen Softwarekonzerns SAP akquirierte für sein Elektro-Infrastruktur-Startup Better Place 350 Millionen Dollar – mehr als zehn Prozent des gesamten Wagniskapitals, das im zweiten Quartal ins Silicon Valley floss. Seit 2007 hat Agassi damit mitten in der schwersten Krise den Rekordbetrag von 750 Millionen Dollar eingesammelt. Eine beachtliche Leistung.

Auch das nächste große Internet-Thema lässt sich an den Wagniskapital-Investitionen ablesen: Startups, die Finanzdienstleistungen vermitteln. So erhielt der Lending Club aus Redwood City, bei dem Mitglieder sich untereinander Darlehen einräumen können, 23 Millionen Dollar. Der Wettbewerber Prosper Marketplace erhielt 15 Millionen. Und Progress Financial wiederum, ein Unternehmen, das sich auf Kredite für Einwanderer spezialisiert hat, sammelte gar 28 Millionen Dollar ein.

Allerdings könnte es mit dem Jubel bald wieder vorbei sein. Denn die Angst vor einem neuerlichen Wirtschaftsabschwung sowie verschleppte Gesetze zum Fördern von Umwelttechnologie haben die Laune der Geldgeber laut einer Umfrage der Universität von San Francisco eingetrübt.

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