„Wanna Cry“ : Mögliche Verbindung zum Cyber-Angriff „Adylkuzz“ entdeckt

„Wanna Cry“ : Mögliche Verbindung zum Cyber-Angriff „Adylkuzz“ entdeckt

, aktualisiert 16. Mai 2017, 19:06 Uhr
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Eine weitere Cyber-Waffe, die ursprünglich von der US-Spionagebehörde stammt, ist nun aufgetaucht.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Aufregung um den Cyber-Angriff „Wanna Cry“ ist noch nicht abgeklungen, da finden Experten schon weitere digitale Waffen. Auch diese nutzen ein Werkzeug, das Hacker von der US-Spionagebehörde NSA entwendet haben.

BerlinDer Cyber-Angriff mit der Erpressungssoftware „Wanna Cry“ könnte nach Einschätzung von IT-Spezialisten ein Ablenkungsmanöver von Kriminellen sein. Experten der Firma Proofpoint haben nach eigenen Angaben eine neue Angriffsart entdeckt, die mit „Wanna Cry“ in Verbindung stehen soll. „Und auch diese nutzt die von der NSA gesammelten und dann gestohlenen Sicherheitslücken aus“, sagte Proofpoint-Managerin Monika Schaufler am Dienstag. Zwei Mitarbeiter des Unternehmens hatten gemeinsam mit dem britischen IT-Forscher Marcus Hutchins mit Hilfe eines Tricks die Verbreitung von „Wanna Cry“ am Wochenende vorerst gestoppt.

Der neue Angriff „Adylkuzz“ verfolge jedoch ein ganz anderes Ziel und arbeite im Verborgenen, teilten die Forscher mit. Auf den infizierten Rechnern werde im Hintergrund das virtuelle Geld Monero erzeugt. „Das ist für die Betrüger weitaus profitabler als ein Erpresserangriff wie etwa „Wanna Cry““, sagt Schaufler.

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Die sogenannte Kryptowährung funktioniere ähnlich wie Bitcoin und werde auf Marktplätzen im Darknet, einem anonymen Teil des Internets, für den Handel mit Drogen, Kreditkarten oder gefälschten Waren genutzt. Die Nutzer der gekaperten Rechner merkten dabei lediglich, dass ihre Systeme sehr langsam werden, sagte Schaufler.

„Wir vermuten, dass „Wanna Cry“ mehr oder weniger versehentlich von diesem subtileren Angriff abgelenkt hat“, sagt Schaufler. Die Forscher schätzen, dass auch „Adylkuzz“ selbst die Aktivitäten von „Wanna Cry“ ausgebremst hat, da die Schadsoftware Schnittstellen (Port 445) für die Vernetzung blockiert, um vollen Zugriff zur Rechenpower zu behalten und weitere Infektionen zu verhindern.

Der Angriff mit „Adylkuzz“ begann den Angaben zufolge bereits spätestens am 2. Mai. Aktuell sollen Zehntausende Computer weltweit infiziert sein. Einen Schutz gebe es nur, wenn die Windows-Rechner mit den aktuellen Sicherheits-Updates von Microsoft auf dem aktuellen Stand sind.

Die „Financial Times“ berichtete zudem am Dienstag, dass eine weitere Cyber-Waffe im Darknet aufgetaucht sei, die ursprünglich ebenfalls von der US-Spionagebehörde NSA stammt. Dabei handelt es sich dem Bericht zufolge um eine Software, die auf dem Hacker-Werkzeug „Esteem Audit“ basiert. Wie „Wanna Cry“ nutzt sie eine Lücke in älteren Versionen von Microsofts Betriebssystem Windows aus. Demnach zielt der Schadcode auf die Authentifizierungs-Funktion über Smart Cards.

Quelle:  Handelsblatt Online
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