Wechsel zu Windows Phone 7: Nokia sieht sich zum Erfolg verdammt

Wechsel zu Windows Phone 7: Nokia sieht sich zum Erfolg verdammt

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Nokia E7 smartphone

Nokia hat eine aktuelle Risikobewertung für die Börsenaufsicht veröffentlicht. In dieser erläutert Nokia die Gefahren beim Wechsel zu Windows Phone 7. Für Nokia ist klar: Die Microsoft-Kooperation muss erfolgreich sein.

Am 11. März 2011 hat Nokia eine Risikobewertung bei der US-Börsenaufsicht eingereicht und veröffentlicht. In dem 275 Seiten langen Bericht werden sehr offen die Gefahren und Risiken einer Kooperation mit Microsoft genannt. Einen entsprechenden abschließenden Vertrag haben Microsoft und Nokia noch immer nicht unterzeichnet, heißt es darin. In der Risikobewertung geht Nokia davon aus, dass der Wechsel auf die Windows-Phone-7-Plattform rund zwei Jahre dauern wird. Demnach wird selbst das Jahr 2012 noch komplett im Zeichen des Wechsels stehen, so dass sich der Übergang bis Ende 2012 hinziehen wird. Im Smartphone-Markt ist das eine sehr lange Zeitspanne und derzeit ist vollkommen unklar, welche Marktposition Windows Phone 7 dann haben wird.Diese Übergangszeit bewertet Nokia als besonders kritisch: Sie kann zu lang sein, um im schnell wachsenden Smartphone-Markt bestehen zu können. Zudem könnte der Absatz von Symbian-Smartphones in diesen zwei Jahren erheblich zurückgehen, weil Kunden aufgrund des nahenden Plattformwechsels verunsichert sind, befürchtet der Handyhersteller. Zudem könnten Softwareentwickler der Symbian-Plattform den Rücken kehren, womit die gesamte Plattform für Käufer uninteressanter wird.

Aber auch die Netzbetreiber und der Handel könnten Probleme bereiten, wenn diese während der Übergangszeit keine Symbian-Geräte mehr anbieten. Beides würde zu dramatischen Einbußen bei den Smartphone-Marktanteilen führen. Der Handyhersteller hat sich eigentlich zum Ziel gesetzt, bisherige Kunden zu behalten und diese zu einem Wechsel zur Windows-Phone-7-Plattform zu bewegen. Wie dies gelingen soll, bleibt weiterhin unklar. Falls Nokia nicht gegensteuert, würde sich das Patentportfolio des Unternehmens mit dem Wechsel zu Windows Phone 7 erheblich verringern, weil der Hersteller diese Kernkomponente nicht mehr selbst entwickelt. Wie hier im Detail gegengesteuert werden soll, bleibt im Ungewissen.Während Nokia für den Einsatz von Symbian keine Lizenzgebühren zahlen musste, ändert sich das mit dem Wechsel zu Windows Phone 7. Für jedes verkaufte Smartphone müssen Lizenzzahlungen an Microsoft geleistet werden. Wie hoch diese sind, ist noch nicht bekannt. Für Nokia bedeutet das erst einmal einen Einnahmeverlust, weil die Produktionskosten damit steigen. Langfristig sollen diese durch Kosteneinsparungen in Nokias Forschungsabteilung ausgeglichen werden. Zudem will Nokia langfristig mit nicht näher spezifizierten Diensten Geld verdienen und erwartet auch Zuwendungen von Microsoft bei der Vermarktung neuer Geräte und Dienste.

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Nokia muss sich von der Konkurrenz abheben

Eines steht für den finnischen Handyhersteller fest: Mit dem Wechsel zu Windows Phone 7 muss sich Nokia auf jeden Fall von der Konkurrenz abheben. Derzeit ist vollkommen unklar, wie das gelingen kann. Denn durch die strikten Vorgaben Microsofts ähneln sich die derzeit am Markt befindlichen Windows-Phone-7-Smartphones sehr. Inwieweit Microsoft Nokia hier Änderungen am Betriebssystem oder an den Hardwarevorgaben erlaubt, ist unklar. Als einer der wichtigen Mitspieler im Markt für mobile Geräte hat Nokia bislang kein Tablet im Angebot. Es gibt auch bislang keine entsprechende Ankündigung. Das sieht der Handyhersteller als mögliche Gefahr, gibt aber keinen Hinweis darauf, wie diesem Problem begegnet werden soll. Nokia wagt in dem Dokument sogar einen Ausblick, was zu erwarten wäre, falls die Zusammenarbeit mit Microsoft scheitert. Sei es, dass sich beide Firmen doch nicht auf einen abschließenden Vertrag einigen können oder dass sich die erwarteten Vorzüge einer Zusammenarbeit nicht ergeben: Dann bleiben Nokia nur noch wenige Optionen, einen anderen Partner mit einem Smartphone-Betriebssystem zu finden oder aber mit einem anderen Unternehmen ein neues Smartphone-Betriebssystem zu entwickeln. Beides würde noch mehr Zeit verschlingen, bis fertige Geräte auf den Markt kommen.

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