
Omar Hamoui ist schon seit langem vom Erfolg des mobilen Internet überzeugt. In den vergangenen sieben Jahren hat er verschiedene Startups gegündet, doch der große Erfolg blieb lange aus. „Es war sehr frustrierend“, schreibt Hamoui in seinem Blog. Denn ohne einen Vertrag mit einem Telekomanbieter oder Gerätehersteller war es lange unmöglich, auch die besten Angebote zu vermarkten. „Mobiles Internet ist die Zukunft und wird es immer bleiben“, lautete ein geflügeltes Wort in der Branche.
Das ändert sich nun, denn gestern kündigte Google an, Hamouis Unternehmen AdMob für 750 Millionen Dollar zu übernehmen. AdMob vermittelt Werbeanzeigen speziell auf mobile Endgeräte. Das 2006 gegründete Unternehmen beliefert dabei nach eigenen Angaben 15 000 Internetseiten.
Google hinkt im Bereich der mobilen Werbung hinterher
Es ist die drittgrößte Übernahme in Googles Unternehmensgeschichte. Nur für das Videoportal Youtube und den Werbespezialisten Doubleclick bezahlte das Unternehmen mehr. Google hatte Doubleclick im vorigen Jahr für 3,2 Milliarden Dollar übernommen. Das Unternehmen vermittelt vor allem Bannerwerbung an Internetseiten und ergänzt Googles Geschäft mit Textanzeigen.
Insofern ist der AdMob-Deal ähnlich, denn das Unternehmen ist ebenfalls auf grafische Anzeigen spezialisiert und hat zudem früh angefangen, auch Anzeigen für Apples iPhone anzubieten, die in die beliebten Apps, kleinen Zusatzprogrammen zum Herunterladen, integriert werden. Die große Mehrzahl der dort integrierten Werbeanzeigen soll von AdMob ausgeliefert werden. Daher sei auch Apple an einem Kauf des Unternehmens interessiert gewesen, berichtet das Technologieblog Silicon Alley Insider.
Google hinkt dagegen im Bereich der mobilen Werbung bislang hinterher. Erst im vergangenen Juni stellte das Unternehmen eine Erweiterung seines AdSense-Angebotes vor, mit dem die bekannten Google-Textanzeigen auch speziell auf mobilen Geräten angeboten werden können. Microsoft, AOL und Yahoo hatten dagegen bereits in den vergangenen beiden Jahren auf mobile Werbung spezialisierte Unternehmen gekauft.
Der Suchmaschinenanbieter investiert seit einiger Zeit verstärkt in das mobile Internet. Bestes Beispiel dafür ist die Entwicklung des eigenen Handy-Betriebssystems Android. Insofern passt die Akquisition in die Strategie des Konzerns.
Eine-Milliarde-Dollar-Tag für Risikokapitalgeber
Seit dem Erfolg des iPhone wächst der Markt rasant und auch der mobilen Werbung werden hohe Wachstumsraten prophezeit. Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Sanford C. Bernstein & Co. wird dieses Segment allein in den USA bis zum Jahr 2013 von derzeit unter einer Milliarde Dollar auf über drei Milliarden Dollar Umsatz zulegen.
AdMob-Chef Omar Hamoui hatte das Unternehmen im Jahr 2006 gegründet, während er ein MBA-Programm an der Wharton School der University of Pennsylvania absolvierte. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 140 Mitarbeiter im kalifornischen San Mateo.
Nach Expertenschätzungen erlöst AdMob derzeit zwischen 45 und 75 Millionen Dollar jährlich, die jedoch mit den Seitenanbietern geteilt werden. Letztlich dürften so 20 bis 25 Millionen Dollar an Einnahmen übrig bleiben.
AdMob hatte knapp 50 Millionen Dollar Risikokapital eingeworben, zu den Wagniskapitalgebern gehört Sequoia Capital, die früher auch in Google investiert hatten und die Facebook-Geldgeber Accel Partners.
So freuten sich neben Gründer Hamoui auch die Geldgeber über das Geschäft. Für Accel war es ein Eine-Milliarde-Dollar-Tag, denn noch ein weiteres von dem Investor finanzierte Unternehmen wurde verkauft. Der Videospielgigant Electronic Arts bezahlte 400 Millionen Dollar für Playfish, ein Startup, das Spiele für Facebook entwickelt.









