Wettbewerb: Beste Fabrik mit dem Schlüssel zum Erfolg

Wettbewerb: Beste Fabrik mit dem Schlüssel zum Erfolg

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Christoph H. Loch, Dieter Dürand (WirtschaftsWoche), Rudolf Glanzner, Heinrich Kolem, Arnd Huchzermeier (v. l. n. r.)

Auf der sechsten WirtschaftsWoche-Produktionskonferenz zeigten Experten, wie Fabriken Gewinne und Arbeitsplätze sichern.

Die Lage ist ernst. Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft A. T. Kearney muss jede sechste Fabrik in Deutschland um ihre Wettbewerbsfähigkeit bangen. Grund dafür sind unter anderem die zu hohen Material- und Lagerbestände. Die drücken auf die Margen und engen den Spielraum für Investitionen ein. Allein die Optimierung der Bestände in deutschen Fabriken, so die Studie, würde 40 Milliarden Euro gebundenes Kapital freisetzen.

Das Unheil lässt sich also abwenden: Wie genau, das diskutierten Vorstandschefs, Werksleiter und Managementexperten auf einer hochrangig besetzten Produktionskonferenz der WirtschaftsWoche im Münchner Hotel Vier Jahreszeiten. Zu den prominentesten Rednern zählten der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer und der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise.

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Seehofer hob die Bedeutung der Industrie für Wachstum und Beschäftigung hervor: „Eine Politik für eine international konkurrenzfähige Industrie muss die standortpolitische Marschrichtung in Deutschland bleiben.“ Weise beschwor die Unternehmen, ihre hoch produktiven Mitarbeiter zu halten und dafür Kurzarbeit gepaart mit Weiterbildung zu nutzen. Denn: „Die nächste Krise wird der Fachkräftemangel sein.“

Der Schlüssel zu Wachstum jedoch sei der Aufbau eines internationalen Produktionsnetzwerks, das die spezifischen Vorteile jedes Standorts nutzt, erläuterte MAN-Vorstandsvorsitzender Hakan Samuelsson. Damit könne man die wichtigen Märkte mit individuellen Produkten beliefern. „Das sichert zugleich die Basis in Deutschland“, sagte er.

Der Chef des Flugzeugturbinen-Herstellers MTU Aero Engines, Egon Behle, setzt auf überlegene Produkte, höchste Qualität und den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen: Die Münchner arbeiten an sparsamen Antrieben, die den Treibstoffverbrauch bis zum Jahr 2020 um 15 Prozent reduzieren.

Im Detail zeigten am ersten Konferenztag die Preisträger des diesjährigen europäischen Wettbewerbs „Die Beste Fabrik“, welche Konzepte Jobs und Gewinne bringen. Der europäische Gesamtsieger, das Siemens Medizintechnik-Werk in Forchheim bei Nürnberg (Foto) schafft es zum Beispiel, seine hochkomplexen Durchleuchtungsgeräte innerhalb von vier Wochen nach Auftragseingang auszuliefern. Egal, ob nach Peking, San Francisco oder Kairo. Noch zwei Tage vor Produktionsstart können die Kunden technische Änderungen vornehmen. „Ein solch hohes Maß an Service und Flexibilität bietet kein Konkurrent“, lobt Juror Arnd Huchzermeier von der WHU Otto Beisheim School of Management.

Mit seinem Kollegen Christoph Loch von der französischen Managementschule Insead überreichte er den Siegern ihre Preise. Neben Siemens war das in Deutschland der Hersteller von Sanitärarmaturen und Brausesystemen Grohe, in Spanien der Fleischfabrikant Martínez Loriente und der Pharmaspezialist Esteve sowie in Frankreich der Anlagenbauer SDMS.

Mit Ende der Veranstaltung geht der Wettbewerb „Die Beste Fabrik“ in eine neue Runde. Aufgerufen zur Teilnahme sind Unternehmen aller Branchen und Größen – ausdrücklich auch Dienstleister wie Banken oder Softwarehäuser. Die Teilnahmebedingungen und der Fragebogen lassen sich im Internet unter www.bestefabrik.de abrufen. Einsendeschluss ist der 31. Dezember dieses Jahres. Die Gewinner werden anlässlich der Hannover Messe im kommenden April gekürt und ausführlich in der WirtschaftsWoche vorgestellt.

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