Wintersport: Ski heil – Kopf kaputt

Wintersport: Ski heil – Kopf kaputt

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Eine Uvex-Schutzbrille wird in einer Beschichtungsanlage im Werk der Firma Uvex Winter Holding in Fürth bearbeitet

von Mario Brück

Der Helm- und Brillenhersteller Uvex verkauft Sicherheit von Kopf bis Fuß – und produziert aus Überzeugung vor allem in Deutschland.

Wenn sich in den kommenden Monaten Skiasse wie Martin Schmitt, Nicole Hosp oder Jakub Janda steile Abfahrtspisten oder windanfällige Schanzen herunterstürzen, schneit bei jeder Fernsehübertragung auch der markante Schriftzug auf ihren Helmen und Brillen direkt ins Wohnzimmer der Zuschauer: Uvex.

Für viele Wintersportbegeisterte sind die vier Buchstaben – Uvex ist die Abkürzung von „ultra-violet excluded“, frei übersetzt: hält ultraviolette Strahlen ab – schon fast ein Synonym für Skibrillen und -helme. Das Familienunternehmen aus dem fränkischen Fürth, das in Deutschland den Großteil seiner Produkte herstellt, hat schon früh auf Helme für Wintersportler gesetzt – beim momentanen Nachfrageboom zahlt sich das aus.

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1936 inspirierten die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen den Uvex-Gründer Philipp Winter zur Ausrüstung deutscher Athleten. Heute sind es mehr als 1000 Profis, die von Uvex mit Brillen, Brillengläsern und Helmen gepanzert werden – und denen Millionen Hobbysportler nacheifern. Und die diskutieren seit dem Skiunfall von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus im vergangenen Winter über den Segen von Skihelmen. Immer weniger Otto Normalskifahrer sind oben ohne unterwegs. In Österreich dürfen in dieser Wintersportsaison Kids unter 15 Jahren nur noch mit Helm auf die Piste.

Sicherheitsboom auf Pisten lässt Kasse klingeln

Ski heil – Kopf kaputt. Vom Sicherheitsboom auf den Pisten profitiert Uvex, das offiziell Uvex Winter Holding heißt. Gegründet wurde das Unternehmen 1926 von Philipp Winter als Optische Industrie-Anstalt, ein Ein-Mann-Betrieb für Schutzbrillen aller Art, in Untermiete von Quelle-Gründer Gustav Schickedanz. Heute setzt Uvex mit 2200 Mitarbeitern 290 Millionen Euro um. Im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, kletterte der Umsatz mit den Profi- und Hobbysportlern um 15 Prozent.

Und das, obwohl die Konkurrenz gewachsen ist und die Vormachtstellung der Fürther ankratzt. Brillenhersteller wie Carrera oder Oakley sowie der US-Helmriese Giro sind zu starken Rivalen geworden. Der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten, der Norweger Ole Einar Björndalen, trägt Brillen von Casco, einem kleinen Mittelständler aus Breting bei Dresden.

Um die Spitzenposition zu verteidigen, tüfteln die Fürther ständig an neuen Produkten. Zum Konzern gehören 38 Tochterfirmen in 22 Ländern; produziert wird dennoch mit Schwerpunkt in Deutschland. „Das ist Teil unserer Firmenphilosophie“, sagt Uvex-Geschäftsführer Werner Grau. „Wir haben viel in unsere Werke investiert und können vollautomatisch produzieren.“ Damit erklärt Grau auch, warum Uvex es sich trotz hoher Lohnkosten leisten kann, überwiegend in Deutschland zu fertigen.

Arbeitsschutz als weiteres Feld

Zwei Drittel der Uvex-Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt. Alle Skibrillen und 70 Prozent der Skihelme werden hierzulande hergestellt. Das gilt bisher auch für die Fahrradhelme. Allerdings plane Uvex, einen selbst entwickelten Kinderhelm in China produzieren zu lassen, „weil unsere Kapazität mit mehr als einer Million Radhelmen dafür nicht mehr ausreicht“, sagt Grau.

Das Sport-Geschäft ist für Uvex jedoch nur das Aushängeschild für ein viel größeres, aber kaum bekanntes Betätigungsfeld, den Arbeitsschutz. Uvex bietet Prävention und Sicherheit am Arbeitsplatz: Helme, Brillen, Schuhe, Einwegoveralls, Spezialunterwäsche, Atem- und Gehörschutz – das ganze Programm. Zum Einsatz kommt die Ausrüstung etwa bei Chemielaboranten, Bergbauarbeitern oder Feuerwehrleuten bis hin zu den Nato-Streitkräften.

Die Krise in vielen Branchen spürt auch Uvex. Beim Arbeitsschutz musste das Unternehmen den größten Einbruch seiner Geschichte hinnehmen. Der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr um 18 Prozent auf 180 Millionen Euro. Vor allem die Automobil- und deren Zulieferindustrie geizt mit Aufträgen. Das Thema Sicherheit spielt auch bei den eigenen Finanzen eine wichtige Rolle. „Wir sind unabhängig von Banken“, sagt Grau. Und: „Wir kennen uns mit Krisen aus und können damit umgehen.“ Schon ein Winter mit sehr wenig Schnee bedeute für das Unternehmen stets eine Art Krise.

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