Tesla in Australien: Elon Musk will Superbatterie in 100 Tagen bauen

Tesla in Australien: Elon Musk will Superbatterie in 100 Tagen bauen

, aktualisiert 07. Juli 2017, 11:37 Uhr
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„Das System wird dreimal so stark sein wie jedes andere auf der Welt.“

Quelle:Handelsblatt Online

Im Süden Australiens soll das weltgrößte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbarer Energie entstehen – gebaut von Elektropionier Tesla. Firmenchef Musk verspricht, das Projekt in 100 Tagen fertigzustellen.

Canberra/AdelaideDer Elektroautospezialist Tesla will im Süden Australiens nach eigenen Angaben das weltweit größte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbarer Energie bauen. Die Lithium-Ionen-Zellen mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt sollen bis Ende des Jahres stehen und 30.000 Häuser mit Strom versorgen. Das gaben Unternehmenschef Elon Musk und der Premierminister des Bundesstaates Südaustralien, Jay Weatherill, am Freitag (Ortszeit) in Adelaide bekannt.

Tech-Milliardär Musk erklärte, das Projekt sei kein kleines Unterfangen. „Das System wird dreimal so stark sein wie jedes andere auf der Welt.“ Er sei „verdammt beeindruckt“ vom Willen der südaustralischen Regierung, ein Projekt dieser Größe auf die Beine zu stellen. Die Energie werde das französische Unternehmen Neoen bereitstellen, das derzeit einen Windpark in der Region baue.

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Im September vergangenen Jahres war nach einem Unwetter der Strom in Südaustralien ausgefallen. Der gesamte Landesteil mit 1,7 Millionen Einwohnern war für Tage vom nationalen Netz abgeschnitten. Die beiden großen Telefonnetzwerke blieben tot, große Bergwerke mussten die Förderung einstellen. Die Regierung hatte daraufhin das Projekt ausgeschrieben, um künftig eine sichere Stromversorgung in der Region gewährleisten zu können.

Der kalifornische Elektrofahrzeug-Unternehmer Elon Musk hatte im März angeboten, innerhalb von 100 Tagen in Südaustralien eine Speicheranlage bauen zu können. Wenn Tesla das Zeitlimit nicht einhalte, seien die Dienste des Unternehmens kostenlos, so Musk in einer Twitter-Meldung.

Der Schritt ist Teil einer dramatischen Wende in der australischen Energiepolitik. Selbst Spitzenpolitiker wie Premierminister Malcolm Turnbull hatten zuletzt dafür postuliert, den Anteil der Kohle und Gas von heute rund 80 Prozent am Strommix weiter auszubauen, zum Nachteil der erneuerbaren Energien, die bisher etwas über 14 Prozent der Elektrizität generieren.

Doch der Marsch in Richtung mehr Solar-, Wind- und Wasserkraft, gekoppelt mit der Forderung nach einer Reduktion der Klimagasemissionen und einem starken Interesse der Bevölkerung an Alternativenergie, sollte die Regierung langfristig zu einem Umdenken zwingen.

Jegliche Abkehr von der dominanten Kohlekraft aber dürfte auf heftigen Widerstand stoßen. Der klimaskeptische und der mächtigen Kohleindustrie eng verbundene ultrarechte Flügel der konservativen Partei macht regelmäßig Druck auf die mehr progressiven Vertreter der Regierung. Erst vor kurzem hatte der australische Umweltminister Josh Frydenberg nach innerparteilichen Protesten einen bereits angekündigten Vorschlag für die Einführung eines Emissionshandelssystems fallen lassen müssen. Bereits 2014 hatte der damalige, klimaskeptische Premierminister Tony Abbott ein von der Vorgängerregierung eingeführtes System wieder außer Kraft gesetzt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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