The Spark 2017 : Innovation in drei Minuten

The Spark 2017 : Innovation in drei Minuten

, aktualisiert 30. März 2017, 19:16 Uhr
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Jackson Bond, Gründer von Relayr: Der Mangel an IT-Spezialisten in Deutschland macht ihm zu schaffen.

von Catrin BialekQuelle:Handelsblatt Online

Mit dem Digitalpreis „The Spark“ haben das Handelsblatt und die Unternehmensberatung McKinsey bahnbrechende Ideen von Start-up-Gründern ausgezeichnet. In diesem Jahr war die künstliche Intelligenz Thema des Wettbewerbs.

DüsseldorfAndreas Kunze ist der typische Vertreter der neuen deutschen Start-up-Kultur: Er hatte eine gute Geschäftsidee, trieb sie energisch voran, bekam ein Angebot von einem Investor, schmiss das Studium, das er gerade in den USA absolvierte, und wurde Arbeitgeber. Heute beschäftigt Kunze gut 30 Mitarbeiter. Sein Unternehmen Konux, das er zusammen mit drei Partnern gegründet hat, entwickelt Sensoren, die den Zustand der Zehntausenden Weichen der Deutschen Bahn überwachen können.

Der 26-Jährige profitiert davon, dass die Bahn seit Jahren wenig in die Instandhaltung seiner Anlagen investiert hat. 4,5 Millionen Verspätungsminuten, die derzeit pro Jahr bei der Bahn anfallen, sprechen eine klare Sprache – Kunzes Sensoren sollen Abhilfe schaffen.

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Beim Digitalpreis „The Spark“, den das Handelsblatt gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey vergibt, gewann der junge Gründer im vergangenen Jahr den zweiten Platz. Am Mittwochabend stellte er – ebenso wie auch sieben weitere Finalisten des Digitalpreises – sein Geschäftsmodell mehr als 100 Düsseldorfer Unternehmensvertretern vor, die auf Einladung der Stadt und der The-Spark-Organisatoren in die Jazz-Schmiede gekommen waren.

Nur drei Minuten hatten die The-Spark-Finalisten Zeit, um ihr meist hochkomplexes Geschäftsmodell vorzustellen. Für Jackson Bond, Gründer des Unternehmens Relayr, das 2016 den ersten Platz bekam, war die Zeit derart knapp, dass der Wahlberliner in seine Muttersprache Englisch wechselte. Relayr ist ein Dienstleister für das Internet der Dinge – und sorgt dafür, dass Dinge mit dem Internet verknüpft werden. Kaffeemaschinen zum Beispiel. Oder auch Produktionsanlagen.

Als einen der größten „Schmerzpunkte“ seines Unternehmens identifizierte Bond den Mangel an IT-Spezialisten in Deutschland. „Das blockiert uns – und unsere Kunden“, klagte Bond. Für die dreimonatige Kündigungsfrist, die in Deutschland üblich ist, zeigte er wenig Verständnis. Das sei zu lang, meinte er.

Auch in diesem Jahr haben Start-ups die Chance, sich für den Digitalpreis zu bewerben. Dieses Mal lautet das Thema künstliche Intelligenz. Nicht nur große Konzerne wie Google, Facebook und Microsoft widmen sich dem Zukunftsthema, auch zahlreiche kleinere Unternehmen entwickeln entsprechende Technologien. Künstliche Intelligenz durchzieht die gesamte Wirtschaft, von der Autobranche bis zu den Versicherungen.

Doch eine gute Idee alleine hilft nicht, die jungen Unternehmer müssen auch dafür sorgen, dass sie zum Geschäftserfolg wird. „Man muss sich fokussieren“, riet Axel Hefer, Finanzchef des Düsseldorfer Unternehmens Trivago. Man dürfe seine knappen Ressourcen, sei es finanzieller oder personeller Art, nicht auf zu viele Bereiche verteilen. „Und man muss permanent hinterfragen, was man tut.“

Auch Gerrit Schumann, Geschäftsführer und Digitalchef der Verlagsgruppe Handelsblatt empfahl, die eigene „Grundsatzidee immer wieder zu überdenken – und gleichzeitig agil zu bleiben“. Doch Flexibilität erfordert auch eine entsprechende Unternehmenskultur. Zu schnell jedoch passen sich viele rasant wachsende Start-ups den eher starren Konzernstrukturen an – und werden ebenfalls langsamer. „Es gibt nicht die gute oder die schlechte Kultur, sondern nur die passende“, sagte Schumann.

Auch Gründer Kunze macht sich viele Gedanken über Fragen der Unternehmenskultur. Jede Woche berichten seine Mitarbeiter über ihre größten Erfolge, ihre größten Misserfolge und darüber, welche Pläne sie haben. Transparenz ist Kunze wichtig. Einige seiner Mitarbeiter sind „so alt wie meine Eltern“, sagte er. Und wenn er einmal nicht weiterweiß? „Viele Managementtipps stehen auch im Internet“, sagte Kunze gut gelaunt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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