Thomas Kathöfer: „Innovation entsteht auch im Kundengespräch“

Thomas Kathöfer: „Innovation entsteht auch im Kundengespräch“

, aktualisiert 25. April 2016, 19:04 Uhr
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Für Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen ist Forschung der Hebel zum Wandel.

von Thomas MerschQuelle:Handelsblatt Online

Die Industrie muss sich wandeln – und hofft dabei auf Unterstützung durch die Politik. Im Interview erklärt Thomas Kathöfer, Chef des Forschungsnetzwerks AiF, wie der Wissenstransfer optimiert werden kann.

KölnDas Bundeswirtschaftsministerium fördert den Mittelstand über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF). Hauptgeschäftsführer Thomas Kathöfer erläutert, wie sich die Innovationskraft weiter stärken ließe. 

Industrie 4.0 und Internationalisierung erhöhen den Innovationsdruck in Schlüsselbranchen. Sind die Unternehmen vorbereitet?
Studien über die Situation im Mittelstand ergeben ein heterogenes Bild - noch sind nicht alle fit. Doch stellen sich die Unternehmen den Herausforderungen. So widmen sich immer mehr der geförderten Forschungsvorhaben dem Thema Digitalisierung Industrie 4.0 - inzwischen ist es beispielsweise bei der Industriellen Gemeinschaftsforschung IGF jedes vierte. 

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Was motiviert die Unternehmen?
Mittelständler werden dann schnell tätig, wenn sie kommerzielle Erfolge erwarten. Grundlagenforschung interessiert sie weniger.

Die wird an Hochschulen und Forschungsinstituten gemacht. Ist sie für die Wirtschaft nicht relevant?
Im Gegenteil. Doch der Wissenstransfer ist noch ein Nadelöhr im hiesigen Innovationssystem. Denn zu den Aufgaben von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gehört nicht die kommerzielle Verwertung ihrer Forschungsergebnisse. Dazu braucht es die Wirtschaft und somit Kooperation und Transfer.

Wie stark sind die Unternehmen davon abhängig, dass öffentliche Förderung stattfindet?
Mittelständler finanzieren Innovationen über ihre liquiden Mittel. Wenn diese sinken, gehen die Aktivitäten zurück. Finanzielle Förderung ist der Hebel, um hier eine Verstetigung unabhängig von der kurzfristigen Geschäftsentwicklung zu ermöglichen. 

Manche Experten fordern statt der Zuwendungen eine steuerliche Förderung von Innovationen. Zu Recht?
Das wird von vielen Mittelständlern kritisch gesehen. Die Mehrzahl der kleinen Unternehmen hat keine eigene Forschungsabteilung. Innovation findet im Rahmen der täglichen Arbeit statt, auch beim Gespräch zwischen Chef und Kunde. Sie können also kaum Ausgaben exakt beziffern - das aber wäre die Grundlage für die steuerliche Forschungsförderung. Es fehlt zudem die Anregung zur Kooperation. Ein weiterer gravierender Nachteil ist: Forschungsergebnisse müssen nicht automatisch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, wie es bei öffentlich finanzierten Projekten der IGF zwingend der Fall ist. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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