Tiefe Grundwasservorkommen: Kalifornien hat mehr Wasser als angenommen

Tiefe Grundwasservorkommen: Kalifornien hat mehr Wasser als angenommen

, aktualisiert 28. Juni 2016, 13:00 Uhr
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Bewässerungsanlage auf einem Feld in Stockton (Kalifornien). Eine Dauer-Dürre trocknet den Sonnenstaat seit Jahren aus.

Quelle:Handelsblatt Online

Kalifornien wird seit Jahren von einer extremen Dürre heimgesucht. Dabei verfügt der Sonnenstaat über deutlich mehr Grundwasser als bislang vermutet, sagen Forscher. Doch dieses Tiefenwasser ist gefährdet.

StanfordIm dürregeplagten Kalifornien gibt es offenbar deutlich mehr Grundwasser als angenommen – allerdings versteckt es sich tief in der Erde. Allein im Central Valley seien die unterirdischen Süßwassermengen mit 2700 Kubikkilometern fast dreimal so groß wie bisher geschätzt, berichten Geologen der Stanford University in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Die Experten, die Daten von zahlreichen Öl- und Erdgaslagerstätten sowie Bohrlöchern auswerteten, kamen sogar auf fast 3900 Kubikkilometer, wenn sie das verwertbare Wasser mit höherem Salzgehalt hinzurechneten. Im Central Valley wächst ein großer Teil der US-Produktion von Obst, Gemüse und Nüssen. Die meisten Anbauflächen müssen künstlich bewässert werden.

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Die nun ins Spiel gebrachten Vorkommen liegen in wasserführenden Gesteinsschichten, sogenannten Aquiferen, bis zu 3000 Meter tief unter der Erdoberfläche, berichten die Geologen Mary Kang und Robert Jackson. Ein Teil des Tiefenwassers ist allerdings salzhaltig und müsste selbst zur Bewässerung zunächst aufbereitet werden. In der Regel nimmt der Salzgehalt von Grundwasser zu, je tiefer es im Erdreich lagert.

Durch Öl- und Erdgasförderung in nächster Umgebung sind die tiefen Grundwasservorkommen aktuell gefährdert, berichten die Forscher. Derzeit werden diese tiefen wasserführenden Schichten nämlich weder untersucht noch überwacht.

„Es kann sein, dass wir dieses Wasser in einem Jahrzehnt brauchen werden. Deshalb ist es sinnvoll, es zu schützen“, betonte Mary Kang. „Unsere Funde sind auch für andere Gegenden mit Wasserknappheit relevant, etwa Texas, China und Australien.“


40 Millionen Bäume vernichtet

Kalifornien wird bereits im fünften Jahr von einer extremen Dürre heimgesucht. Seit 2014 hat Gouverneur Jerry Brown den Wassernotstand erklärt. Städte und Gemeinden müssen ihren Wasserverbrauch um 25 Prozent reduzieren.

Einer Studie der Staatlichen Forstverwaltung zu Folge sind seit 2010 in Kalifornien etwa 40 Millionen Bäume der Dürre zum Opfer gefallen, weitere 58 Millionen gelten durch den Wasserverlust als extrem gefährdet. Forscher bringen die Verschärfung der Dürreprobleme im Westen der USA mit dem menschengemachten Klimawandel in Verbindung.

Nach einer Prognose der Umweltstiftung WWF wird Wasser in Zukunft weltweit knapper, bei sinkender Qualität. Bereits heute hätten mehr als 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, hatte der WWF zum Weltwassertag am 22. März mitgeteilt.

Der Bedarf an Wasser kann demnach bis 2050 um mehr als 50 Prozent steigen. Als Ursachen für diese Entwicklung nennt die Umweltorganisation die Zunahme der Bevölkerung sowie die Folgen des Klimawandels.

Quelle:  Handelsblatt Online
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