TNT Express und DHL: Cyberattacke stört Paketdienste massiv

TNT Express und DHL: Cyberattacke stört Paketdienste massiv

, aktualisiert 29. Juni 2017, 13:52 Uhr
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Der finanzielle Schaden durch den Cyberangriff könne „erheblich“ sein, warnte Mutterkonzern Fedex am späten Mittwoch.

Quelle:Handelsblatt Online

Der weltweite Cyberangriff trifft Logistikfirmen. TNT Express meldet massive Störungen, der Mutterkonzern warnt gar vor einem drohenden „erheblichen“ finanziellen Schaden. Auch bei DHL und Reeder Maersk gibt es Probleme.

New York, DüsseldorfWeltweit agierende Unternehmen haben nach wie vor mit den Folgen des massiven Cyberangriffs von Dienstag zu kämpfen. Beim US-Logistikriesen Fedex war der weltweite Betrieb der Tochter TNT Express massiv gestört. Der finanzielle Schaden könne „erheblich“ sein, warnte Fedex am späten Mittwoch. Es sei jedoch keine Datenschutzverletzung aufgetreten.

Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die Inlands- und regionalen Dienste des Konzerns durch die Systemstörung verlangsamt. Zudem gebe es Verspätungen bei interkontinentalen Lieferungen. Auf Twitter klagten Kunden darüber, dass sie ihre Pakete nicht nachverfolgen konnten. TNT bat seine Kunden, sich vor dem Versand über die Hotline zu informieren.

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Schon am Dienstag warnte die Deutsche Post, ihr Express-Geschäft in der Ukraine sei Opfer einer Cyber-Attacke geworden. Der Konzern, der seine IT zum Großteil aus Prag steuert, fand inzwischen heraus: Infiziert wurden die Rechner durch eine Buchhaltungs-Software, über die DHL mit den ukrainischen Finanzbehörden verbunden ist – und damit zu Rechnern der Regierung. Außerhalb der Ukraine sei jedoch kein Schaden entstanden. „Auch im Land selbst werden Sendungen weiter bearbeitet“, sagte eine Sprecherin. Wegen möglicher Verzögerungen stehe man mit Kunden in Kontakt.

Bei der Reedereigruppe Maersk blieben Terminals in mehreren Häfen lahmgelegt. Der Betrieb anderer wurde der Betrieb durch den Ausfall automatisierter Systeme behindert. Die Maersk-Line-Reederei könne auch keine neuen Aufträge annehmen, weil das entsprechende Portal betroffen sei, sagte Top-Manager Vincent Clerc dem Finanzdienst Bloomberg.

Auch beim Nivea-Konzern Beiersdorf liefen noch nicht alle Systeme. „Wir haben Tag und Nacht gearbeitet, aber wir sind noch nicht über den Berg“, sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich. Bislang seien die wirtschaftlichen Schäden der Attacke aber vergleichsweise gering. Es gebe ausreichend Lagerbestände, um den Einzelhandel zu versorgen. Bei Beiersdorf wurde unter anderem die Telefonanlage vom der Attacke getroffen.

Die Schadsoftware hatte am Dienstag zunächst Dutzende Unternehmen und Behörden in der Ukraine befallen und erfasste dann auch Unternehmen in Europa und den USA. Betroffen waren neben Beiersdorf (Nivea, Tesa), der US-Pharmakonzern Merck und der französische Glashersteller Saint-Gobain. Nach Vermutungen ukrainischer Behörden und einiger IT-Sicherheitsexperten wurde die Attacke über ein manipuliertes Update einer Buchhaltungssoftware aus der Ukraine gestartet.

Am Mittwoch stellten Experten durch eine Analyse des Software-Codes fest, dass sich das Angriffs-Programm nur als Erpressungstrojaner tarnte, aber in Wirklichkeit Daten löschte, statt sie zu verschlüsseln. Bei Erpressungssoftware wird üblicherweise der Inhalt der Festplatte verschlüsselt, um Lösegeld für eine Freischaltung zu verlangen. Die Angreifer von Dienstag scheinen aber nicht am Geldverdienen interessiert gewesen zu sein. Bis Donnerstag gingen bei ihnen nur 45 Zahlungen ein.

Quelle:  Handelsblatt Online
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