Treibhausgas Methan: Futterzusatz macht Kühe klimafreundlicher

Treibhausgas Methan: Futterzusatz macht Kühe klimafreundlicher

, aktualisiert 03. Mai 2016, 07:29 Uhr
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Die Gabe eines bestimmten Moleküls senkt bei Rindern den Ausstoß von klimaschädlichem Methan.

Quelle:Handelsblatt Online

Wenn Rinder verdauen, entsteht klimaschädliches Methan – das Treibhausgas gehört zu den unerwünschten Nebenwirkungen der Viehzucht. Ein Futterzusatz könnte den Methan-Ausstoß bei Wiederkäuern deutlich verringern.

MarburgDie Gabe eines bestimmten Stoffes senkt bei Kühen und anderen Wiederkäuern den Ausstoß von klimaschädlichem Methan. Nun haben Forscher den Mechanismus dahinter entschlüsselt.

Das Molekül 3-Nitrooxypropanol (3-NOP) wirke direkt auf die Mikroorganismen ein, die im Verdauungstrakt der Tiere das Methan bilden, berichten Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) berichten. 3-NOP, das dem Tierfutter zugesetzt werden kann, hemmt die Mikroorganismen und inaktiviert ein Enzym, das für die Methanbildung zuständig ist.

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„Das Methan wird bei Wiederkäuern zu mehr als 90 Prozent durch Rülpsen freigesetzt“, so Rudolf Thauer vom Marburger Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, der an der Studie beteiligt war. „Durch die Verbindung und ihre Wirkungsweise müssen die Tiere letztlich weniger rülpsen.“

Methan ist wesentlich schädlicher für das Klima als Kohlendioxid. Die FAO, die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, geht davon aus, dass die Viehhaltung weltweit für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist – das ist ähnlich viel wie der Klimagas-Ausstoß von Fahrzeugen und Flugzeugen.


Abschaltung zu 50 Prozent

Weltweit versuchen viele Firmen und Forschungsinstitute den Methan-Ausstoß durch Wiederkäuer zu reduzieren. „Weil es ein Klimagas ist und weil dadurch eine gewisse Energiemenge des Futters verschwendet wird. Ein Teil der Kalorien verschwindet als Methan und steht der Kuh nicht mehr zur Verfügung“, so Thauer.

Man könne die Methanbildung der Mikroorganismen „nicht zu 100 Prozent, aber bis zu 50 Prozent abschalten, ohne dass das einen nachweislich negativen Einfluss auf die Tiere hat.“

Nach Angaben von Tiermediziner Gerhard Breves gibt es bereits seit Jahrzehnten Versuche, die Methanbildung bei Wiederkäuern zu hemmen. „Das war aus verschiedenen Gründen bislang aber wenig erfolgreich“, sagt der Leiter des Physiologisches Instituts an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

„Wichtig ist immer bei der Zugabe solcher Substanzen, dass ein Weg gefunden wird, den Wasserstoff zu eliminieren, der sich im Vormagensystem von Wiederkäuern ansammelt“, so Breves. Die Methanbildung sei ein biochemischer Weg, der dazu diene, den Wasserstoff zu eliminieren. Sonst könnte sich dieser anreichern, mit negativer Rückkopplung auf die Mikroorganismen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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