Trotz Schifffahrtskrise: HSH Nordbank schreibt schwarze Zahlen

Trotz Schifffahrtskrise: HSH Nordbank schreibt schwarze Zahlen

, aktualisiert 26. August 2016, 11:28 Uhr
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Die HSH Nordbank muss auf Druck der EU-Kommission bis 2018 verkauft werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Vorsorge für ausfallgefährdete Schiffskredite steigt stark an. Doch durch die Ländergarantie ist die HSH Nordbank relativ gut abgesichert. Dennoch soll das Institut verkauft werden.

BerlinDie angespannte Lage auf den Schifffahrtsmärkten macht der HSH Nordbank weiterhin zu schaffen. Der Vorsteuergewinn verringerte sich in den ersten sechs Monaten um 23 Prozent auf 171 Millionen Euro. Ein stärkerer Einbruch wurde vermieden, weil die Risikovorsorge auf alte Schiffskredite durch Garantien der Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg aufgefangen wird. Sonst wären die Schleifspuren deutlich ausgefallendenn die Netto-Risikovorsorge stieg im ersten Halbjahr von 119 Millionen Euro auf 520 Millionen Euro. Trotz des Drucks durch Dauerniedrigzinsen erwartet Vorstandschef Stefan Ermisch auch konzernweit 2016 ein positives Ergebnis.

Über eine ähnliche Entwicklung bei den Schiffskrediten berichtete gestern bereits die NordLB. Durch eine Verfünffachung der Risikovorsorge maßgeblich für Schiffskredite auf eine Milliarde Euro rutschte der andere große Schiffsfinanzierer in Deutschland in die roten Zahlen. Die dauerhaft niedrigen Frachtraten bringen immer mehr Reeder in Bedrängnis. Sie können häufig weder Zins noch Tilgung leisten. Das Risiko, dass die Kredite ausfallen, nimmt zu. Die Schifffahrtskrise geht mittlerweile in das achte Jahr.
Zum 30.6. 2016 hat die HSH Nordbank bereits ein Portfolio notleidender Schiffskredite von fünf Milliarden Euro an eine Landesgesellschaft übertragen. Dafür erhielt sie den von der EU-Kommission festgesetzten Preis von 2,4 Milliarden Euro. Die Verluste in Höhe von 2,6 Milliarden Euro werden durch die Garantie der Länder verrechnet. Die Garantie hat die Bank nicht zum Nulltarif bekommen. Seit 2009 zahlte die Bank bislang 2,8 Milliarden Euro Garantiegebühren an die Eigner, die erfolgswirksam verarbeitet wurden.

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Der Druck auf die HSH Nordbank wird in den kommenden Monaten zunehmen. Denn nach den Auflagen der EU-Kommission für genehmigte Beihilfen muss die Bank bis Anfang 2018 verkauft sein – sonst droht die Abwicklung. Der Verkaufsprozess wird Anfang 2017 starten – auf Basis der Geschäftszahlen für 2016. Hamburgs Finanzsenator Peter Tschenscher sieht die Zukunft der HSH Nordbank im Landesbankensektor. „Es gibt dafür eine Plausibilität“, urteilte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. An der Attraktivität der Bank muss der Vorstand allerdings noch feilen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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