Trump-Effekt: Optimismus ist (vorerst) weiter angebracht

Trump-Effekt: Optimismus ist (vorerst) weiter angebracht

, aktualisiert 13. April 2017, 17:54 Uhr
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Erfreuliche Quartalszahlen sorgen für gute Stimmung.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Kritiker fürchten, der von Trump ausgelöste Push neige sich dem Ende zu. Die Quartalszahlen von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo sagen das Gegenteil. Der Trump-Trade ist intakt – noch. Ein Kommentar.

New YorkDer so genannte Trump-Trade: Das ist das kleine Wirtschaftswunder, das in den USA beinahe unmittelbar nach der Wahl des US-Präsidenten Anfang November einsetzte. Höhere Aktienkurse, höhere Zinsen, mehr Optimismus und etwas mehr Inflation: Das war genau die Mischung, auf die Investoren und Unternehmen zuvor seit Jahren vergeblich gewartet hatten.

Zuletzt zeigten die Märkte aber Ermüdungserscheinungen. Die US-Aktien dümpeln, die Papiere der Banken, die anfangs durch die Decke gingen, fallen zurück. Das Kreditwachstum war im ersten Quartal gebremst, was die Banken stört und ein Zeichen für nachlassende Dynamik der Wirtschaft ist.

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Ist der Trump-Trade also schon vorbei? Beim Blick auf die Quartalsergebnisse von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo sieht es nicht so aus. JP Morgan und Citigroup legten unterm Strich deutlich zu. Und Wells Fargo hat sich trotz des Skandals im Vertrieb der Bank wenigstens gut gehalten.

Hinzu kommt, dass JP-Morgan-Chef Jamie Dimon und seine Finanzchefin Marianne Lake deutlichen Optimismus verbreiten. Dimon sagt, das gebremste Wachstum der Darlehen sei eher ein vorübergehender Effekt – ähnlich sehen das auch Ökonomen der Deutschen Bank. Er verweist darauf, dass sich viele Großunternehmen Geld vom Kapitalmarkt holen, statt Kredite bei der Bank aufzunehmen – und das sei kein schlechtes Zeichen. Auch Lake glaubt, dass der Optimismus der Geschäftskunden sich demnächst noch deutlicher in den Zahlen zeigen wird.

So gesehen ist der Trump-Trade bisher also in weiten Teilen noch intakt. Und das, obwohl sich der US-Präsident zuletzt im Fernsehen beinahe noch chaotischer als sonst geäußert hatte. Nachdem er mit einer Reform der Krankenversicherung scheiterte, wollte er sich eigentlich, wie von Investoren erhofft, auf die Steuerreform konzentrieren. Am Mittwoch allerdings erklärte Trump plötzlich, er wolle sich zunächst doch auf die Gesundheitsreform konzentrieren – obwohl dort fast unlösbare Probleme lauern.

Es ist also keineswegs ausgemacht, dass der Trump-Trade auf lange Sicht hält. Auf der anderen Seite: Die US-Wirtschaft ist auch unabhängig vom Amtsinhaber im Weißen Haus ganz gut in Schuss. Daher ist ein gewisser Optimismus ohnehin gerechtfertigt – wie auch immer man ihn begründet oder etikettiert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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