Trump gewinnt zwei Vorwahlen: Der Unaufhaltbare

Trump gewinnt zwei Vorwahlen: Der Unaufhaltbare

, aktualisiert 09. März 2016, 06:20 Uhr
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Der Milliardär kostet seinen neuerlichen Erfolg aus.

von Moritz KochQuelle:Handelsblatt Online

Mississippi und Michigan: Mit zwei weiteren Vorwahlsiegen beweist Donald Trump seine Dominanz. Alle Versuche, ihn aufzuhalten, schlagen fehl. Ist das „Stoppt-Trump-Projekt“ der US-Republikaner gescheitert?

WashingtonZwei wichtige Siege, schön und gut, aber Donald Trump misst seinen Erfolg inzwischen in anderen Kategorien. „Wir haben Bewegung“, prahlt er, als er sich vor einem Fahnenspalier in seinem Golfclub in Jupiter, Florida, den Kameras zeigt. Nie zuvor hätten sich mehr Republikaner an den Vorwahlen beteiligt, was natürlich sein Verdient sei. Trump kostet seinen Triumph aus, wieder einmal, es geht ja schon seit Wochen so. Ein Dutzend Vorwahlen hatte der Milliardär bisher gewonnen, Mississippi und Michigan sind am Dienstag dazugekommen.

Das republikanische Establishment versucht seit Tagen, Trump die Nominierung ihrer Partei doch noch zu entreißen. Doch das „Stoppt-Trump-Projekt“ wirkt zunehmend verzweifelt. „38 Millionen Dollar“, sagt Trump nur. So viel hätten die Geldgeber der Elite investiert, um ihn zu stoppen. Der Effekt? Gleich null. In Mississippi stimmen 50 Prozent der Wähler für Trump, in Michigan liegt er knapp unter 40 Prozent.

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Fast genauso wie seine eigene Stärke freut Trump die Schwäche seiner Konkurrenten. „Lügen-Ted“, wie er den erzkonservativen Senator Ted Cruz seit Tagen nennt, lässt er in Mississippi zwölf Prozentpunkte hinter sich. In Michigan liegt er mehr als zehn Prozentpunkte vor Cruz und dem annähernd gleichstarken, oder besser gleichschwachen, John Kasich, dem moderaten Gouverneur von Ohio.

Rubio wird vom Hoffnungsträger zur tragischen Figur

Übel erwischt es Marco Rubio, „Little Marco“, wie Trump so gerne höhnt, der Darling der Großspender und Funktionäre. Einstellig in Michigan, fünf Prozent in Mississippi: der Hoffnungsträger Rubio wird zur tragischen Figur. Sollte er in einer Woche auch noch seinen Heimatstaat Florida verlieren, ist das Rennen für ihn gelaufen.

Trump zerrt an seinem Mikrofon. Er hat noch eine Rechnung offen, nicht mit Rubio, den erachtet er inzwischen nicht mehr als ebenbürtig, sondern mit Mitt Romney, dem gescheiterten republikanischen Präsidentschaftskandidaten von 2012. Romney hat Trump kürzlich als Heuchler und Blender gegeißelt, ihm vorgeworfen, eine Pleite nach der anderen verursacht zu haben.

Also hat Trump eine Produktsammlung mitgebracht: Steaks, Weinflaschen, Wasser, ein Magazin – zum Beweis seiner Geschäftstüchtigkeit. Trump verwandelt die Live-Übertragungen der TV-Anstalten in eine Dauerwerbesendung. Der Vorwahlkampf wird mit jedem Tag bizarrer.

Überraschungserfolg bei den Demokraten

Bei den Demokraten beginnt der Abend zunächst wie erwartet: mit einem überwältigenden Sieg für Hillary Clinton in Mississippi von 83 Prozent. Doch in Michigan werden die Umfragen auf den Kopf gestellt. Bernie Sanders gewann überraschend den Bundesstaat mit mehr als 50 Prozent der Stimmen.

Der 74-jährige Senator aus dem Bundesstaat Vermont bleibt damit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten weiter am Ball. Für den selbsterklärten Sozialisten ist es ein prestigeträchtiger Erfolg, für Clinton ein empfindlicher Rückschlag, vor allem weil Wählerbefragungen erneut auf ihre große Schwäche hindeuten: Ihr Glaubwürdigkeitsmangel scheint Sanders Stimmen zuzutreiben.

Allerdings ändert dies nichts an der Gesamtdynamik des Duells. Im Gegenteil: Weil Clinton in Mississippi mit einem massiven Vorsprung gewinnt, baut sie ihren Vorsprung bei den Delegierten weiter aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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