Trump und Clinton: US-Wahlkämpfer schalten in Terror-Modus

Trump und Clinton: US-Wahlkämpfer schalten in Terror-Modus

, aktualisiert 20. September 2016, 09:54 Uhr
Bild vergrößern

Trotz Terror – der Wahlkampf in den USA ist im vollen Gange.

von Axel PostinettQuelle:Handelsblatt Online

Straßensperren, Zugangskontrollen, noch mehr Polizisten: Nach den Explosionen an der US-Ostküste geht die Angst vor dem Terror wieder um. Das wirkt sich auf den Wahlkampf aus – Clinton und Trump haben sofort reagiert.

Die Schockwellen der Explosionen von New Jersey und New York waren am Montag bis ins ferne San Francisco zu spüren. Rund 50.000 Teilnehmer der Oracle-Technologiekonferenz strömten in die ohnehin überlastete Innenstadt der Metropole an der Bay und mussten sich durch noch mehr Polizisten als früher drängen. Straßensperren waren über Nacht errichtet worden, die Zugangskontrollen verschärft. Die Angst geht wieder um in Amerika. Die Angst vor dem Terror. Seit dem Anschlag von San Bernardino ist Amerika nicht mehr so aufgewühlt.

In den Morgennachrichten liefen in einer Dauerschleife die Bilder von der Festnahme des 28-Jährigen Tatverdächtigen, der mit Sprengstoffattentaten 29 Menschen verletzt haben soll. Er war schlafend in einem Hauseingang entdeckt worden und als ihn Polizisten ansprachen, eröffnete er sofort das Feuer.

Anzeige

Bei einem wilden Feuergefecht wurde der US-Bürger mit afghanischen Wurzeln verletzt und verhaftet. TV-Bilder zeigen ihn, lethargisch auf eine Trage gefesselt, auf dem Weg in ein Krankenhaus. Fingerabdrücke auf Bombenmaterial sollen ihn überführt haben, heißt es.

New York Mutmaßlicher Täter wird angeklagt

Der Verdächtige, der im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag von New York gesucht wurde, ist gefasst. Die Ermittler gehen von einem Terror-Akt aus.

Polizisten in New York Quelle: AP

Der politische Montag hatte zunächst friedlich begonnen mit Kandidaten voll des Lobes für die schnelle und effiziente Arbeit der Polizei. Doch je länger der Tag dauerte, umso schärfer die gegenseitigen Vorwürfe der beiden US-Präsidentschaftskandidaten. Die „extrem offene“ Einwanderungspolitik unter US-Präsident Barack Obama und seiner früheren Außenministerin Hillary Clinton habe die Angriffe erst möglich gemacht, wütete der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump auf einer Wahlkampfveranstaltung in Florida. Die Terroristen weltweit „hofften und beteten nur dafür, dass sie gewählt werde“, schrieb Trump auf Twitter.

US-Wahlkampf Vier Gründe, warum Donald Trump Präsident werden könnte

Donald Trump agitiert gegen alle, die nicht weiß und männlich sind. Umfragen sehen ihn weit hinter Hillary Clinton. Doch die Chancen für den Republikaner stehen weit besser als viele glauben.

Der Republikaner Donald Trump hat im US-Wahlkampf gute Chancen. Quelle: Bloomberg

Clinton konterte mit ihrer Erfahrung in der Terrorbekämpfung und der Tatsache, dass sie als Außenministerin bereits harte Entscheidungen bei der Eliminierung von Terroristen getroffen habe. Die „sich schnell entwickelnde Situation“ sei eine Erinnerung daran, dass die USA „eine stabile Führung“ brauchten, ergänzte sie noch in Philadelphia. Trump wird wegen seines Temperaments oft die Eignung abgesprochen, in kritischen Situationen abgewogene Entscheidungen treffen zu können.

Clinton erinnerte daran, dass die Terrororganisation Islamischer Staat 8IS) Trumps Rhetorik aufgreife, um einen „Krieg es Westens gegen den Islam“ hochzustilisieren. Trump hatte wiederholt pauschale Maßnahmen gegen Muslime oder muslimische Staaten bis zu einem kompletten Einreiseverbot gefordert.

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%