Trump wirbt um Spenden: Haste mal 'nen Dollar für den Milliardär?

Trump wirbt um Spenden: Haste mal 'nen Dollar für den Milliardär?

, aktualisiert 04. Juli 2016, 06:30 Uhr
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Die erste Mail, in der Trump um Spenden warb, brachte ihm gleich drei Millionen Dollar ein – und das obwohl die Mail bei 74 Prozent der Empfänger im Spam-Ordner landete.

Quelle:Handelsblatt Online

Bisher hat Donald Trump seine Präsidentschaftskandidatur weitgehend alleine finanziert. Doch jetzt wird es ihm zu teuer. Mit Kleinstspenden seiner Anhänger will er die Wahlkampfkassen wieder füllen.

WashingtonDer Milliardär braucht Geld. Und mittlerweile ist er sich auch nicht mehr zu schade, darum zu bitten. Seit vergangener Woche hat Donald Trump mit der Aussendung von Massen-E-Mails begonnen, um Spenden seiner Unterstützer einzusammeln. Die erste brachte ihm gleich drei Millionen Dollar ein – und das obwohl die Mail bei 74 Prozent der Empfänger im Spam-Ordner landete, wie der Internet-Dienstleister Return Path feststellte.

Seit dieser ersten Spendenbitte hat das Wahlkampf-Team von Trump an den Einstellungen und Wortlauten ihrer Mails geschraubt und schon eine Reihe weiterer ausgesandt. In einer schrieb Trumps Sohn Eric am Montag: „Spender wie Sie haben uns geholfen, in nur wenigen Tagen elf Millionen Dollar einzusammeln.“ Zehn weitere Millionen sollen bis zum Donnerstag, dem Monatsende, folgen.

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Trump hatte im Vorwahlkampf immer wieder betont, dass er seine Kandidatur selbst finanziere. Doch je näher die Wahl rückt, umso deutlicher wird, dass er so nicht mit seiner voraussichtlichen demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton mithalten kann. Im Mai sammelte die Ex-Außenministerin und frühere First Lady zehn mal so viel Geld ein wie Trump.

Während Clintons Finanzierungsmaschinerie auf ihr gutes Netzwerk an wohlhabenden demokratischen Geldgebern vertraut, will Trump ähnlich wie Clintons innerparteilicher Rivale Bernie Sanders mit kleinen Spenden von vielen Unterstützern die Wahlkampfkassen füllen. In seiner ersten E-Mail bat der Milliardär um zehn Dollar oder mehr, von denen, die es sich leisten könnten.

Trumps Finanzchef Steven Mnuchin sagte, das Wahlkampfteam sei überwältigt von der Reaktion auf die erste Mail. Ab jetzt werde es solche Schreiben täglich geben.


Noch mehr Spenden-Pläne

Laut der auf die Beobachtung von E-Mail-Daten spezialisierten Firma Return Path hätte es für Trump allerdings besser laufen können. Weil drei Viertel der Mails in Spam-Ordnern landeten, nahmen sie nur wenige zur Kenntnis, nur acht Prozent der Empfänger machten die Mail auf. Trumps Team fehle offenbar die Expertise im E-Mail-Marketing, sagte Return-Path-Forschungsdirektor Tom Sather. Bei Clintons Mails betrage die Spam-Rate gerade einmal 5,7 Prozent und 14 Prozent öffneten die Schreiben auch.

Doch seit dieser Woche läuft auch bei Trump die E-Mail-Kampagne erfolgreicher. Eric Trumps Mail am Montag sei nur bei drei Prozent der Empfänger im Spam-Ordner gelandet. Zudem wurden mehrere verschiedene Textversionen ausgetestet, um festzustellen, welche mehr Spenden generiert.

Auch über andere Kanäle fließt Geld von Trumps Anhängerbasis in die Wahlkampfkassen. Bei einem Spendenaufruf auf Facebook betonte er, dass er bisher nie um Geld gegeben habe. „Ich habe meine Unterstützer nicht um einen einzigen Dime gebeten. Nicht einen“, schrieb er.

Republikanische Strategen glauben, dass er den Schwenk vom selbst- zum fremdfinanzierten Wahlkampf schaffen könnte – obwohl er Milliardär ist. „Er hat ein gutes Verhältnis zu den Wählern aufgebaut. Wenn er jetzt sagt, dass er Geld braucht, glauben sie ihm eher, dass das wirklich so ist“, sagt John Thompson, der für den Trump-Rivalen Ted Cruz den Online-Wahlkampf geleitet hatte. „Wenn sie sich wirklich dransetzen, könnten sie online 300 oder 400 Millionen zusammenbringen“, glaubt der frühere Trump-Berater Barry Bennett.

Vorstellen könnten sich die beiden etwa, dass Treffen mit Trump oder ein Besuch in dessen Anwesen oder Flugzeug unter Spendern verlost wird. „Er hat einen luxuriösen Lebensstil“, sagt Thompson. „Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich dort ansetzen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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