Umbaupläne: Commerzbank und Arbeitnehmer einig über Stellenabbau

Umbaupläne: Commerzbank und Arbeitnehmer einig über Stellenabbau

, aktualisiert 13. Juli 2017, 16:14 Uhr
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Filiale der Commerzbank in Frankfurt: Konzernchef Martin Zielke hat sich mit Arbeitnehmervertretern auf die Spielregeln für den geplanten Stellenabbau geeinigt.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Bei der Commerzbank sollen Tausende Jobs wegfallen. Bankchef Martin Zielke einigte sich mit der Arbeitnehmerseite über die Spielregeln für den Stellenabbau. Doch die Bank ist längst nicht am Ziel.

FrankfurtDie Commerzbank hat sich mit der Arbeitnehmerseite auf den Abbau tausender Jobs verständigt: Beide Seiten unterschrieben am Donnerstag den Rahmensozialplan und den Rahmeninteressenausgleich. Sie bilden die Grundlage für den Stellenabbau. Damit ist Commerzbank-Chef Martin Zielke bei der Umsetzung seiner Strategie „Commerzbank 4.0“ vorangekommen. Am Ziel ist die Bank aber noch lange nicht.

Zielke will die Bank drastisch verkleinern: Ende März zählte die Bank noch 41.600 Vollzeitjobs in der Stammbelegschaft, bis 2020 sollen es nur noch 36.000 Stellen sein. Die Bank will betriebsbedingte Kündigungen dabei soweit wie möglich vermeiden. Wegen der Kosten des Jobabbaus bucht die Bank Rückstellungen in Höhe von 810 Millionen Euro ins zweite Quartal.

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Über die Rahmenbedingungen für die Kürzungen hatte das Handelsblatt bereits berichtet. Wer freiwillig ausscheidet, für den sieht der Sozialplan Abfindungen vor. Die Mindestabfindung beträgt dabei sechs Monatsgehälter, mindestens jedoch 20.000 Euro. Je nach Betriebszugehörigkeit, Tarifgruppe und Lebensalter kann die Abfindung höher ausfallen. Pro Kind kommen mindestens 2000 Euro dazu.

Der Personalabbau erfolgt erst dann in betroffenen Bereichen, wenn die „dafür notwendigen technischen Voraussetzungen vorliegen“, sprich, wenn die nötigen IT-Systeme laufen. Wer freiwillig seine Arbeitszeit verkürzt,erhält bis 2021 einen Lohnausgleich von 30 Prozent. Damit soll Platz für Arbeitnehmer geschaffen werden, deren Jobs an anderer Stelle im Konzern wegfallen.

Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Bank zwar nicht völlig aus, doch die Einigung sieht dafür zahlreiche Vorbedingungen vor. Erst, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft wurden und erneut mit der Arbeitnehmerseite verhandelt wurde, können Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt werden. Die Verhandlungen hierzu sollen frühestens 2019 starten.

„Der Stellenabbau ist für die Bank und die Betroffenen schmerzhaft”, sagte die für Personalthemen zuständige Vorständin Bettina Orlopp. „Er ist jedoch notwendig, um die Bank zukunftsfähig zu machen, und ein wichtiger Schritt für die Umsetzung unserer Strategie Commerzbank 4.0“. Die Bank wolle den Umbau so sozialverträglich wie möglich gestalten.

Die Arbeitnehmerseite sieht die Vereinbarung als Erfolg: „Unser Ziel ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, die Härten des Stellenabbaus abzufedern sowie den verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in Zukunft zumutbare und gute Arbeitsplätze zu sichern”, sagte Gesamtbetriebsratschef Uwe Tschäge. „Mit den getroffenen Vereinbarungen sind wir auf einem guten Weg und werden dies in den weiteren Verhandlungen ausbauen.“

Das Ergebnis sei „alles andere als ein Selbstgänger“ gewesen, heißt es in einer Mitteilung an die Arbeitnehmer, die dem Handelsblatt vorliegt. So habe die Bank bei den Verhandlungen etwa schon jetzt die kollektive Verkürzung der Arbeitszeit gefordert oder eine Stellenbesetzung nach Leistung angestrebt – und sich mit diesen Punkten nicht durchgesetzt.

Am Ziel ist die Commerzbank mit der Einigung aber noch lange nicht. Zwar haben sich das Management der Bank und die Betriebsräte auf Rahmenbedingungen für den Abbau geeinigt. Doch wie und wo ganz konkret gekürzt wird, werden erst die Einzel-Interessenausgleiche ergeben. Die Verhandlungen darüber sollen im August beginnen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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