
BerlinNorbert Röttgen wird wohl in die Parteiengeschichte als einer der unglücklichsten CDU-Wahlkämpfer eingehen. Von Anbeginn des nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampfs war ihm das Glück nicht hold. Eigenes Unvermögen, sein Widerstand, sich klar zu NRW und einer möglichen Rolle als Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag zu bekennen und eine Wahlkampagne, die nicht zündete, haben Röttgens Pläne, die SPD-Frontfrau Hannelore Kraft auszubooten, schwer erschüttert.
Zuletzt zog der Bundesumweltminister und Vize der Bundes-CDU mit Äußerungen zur Bedeutung der NRW-Wahl für den Euro-Kurs der Bundesregierung Hohn und Spott auf sich. Kritiker halten ihm vor, er wolle sich angesichts schwächelnder Umfragewerte aus der Verantwortung stehlen. Da nutzte es auch nichts mehr, dass Röttgen selbst seine Äußerungen umgehend präzisierte und mit Blick auf die rot-grüne Landesregierung erklärte, die Abwahl einer Regierung in Deutschland, die sich selber zum Schuldenmachen bekenne, sei eine Stärkung des Kurses von Angela Merkel.
Die Bundes-SPD nahm den Fauxpas dankbar auf und aalt sich nunmehr regelrecht in ihrer Schadenfreude. „Die Ereignisse der letzten Tage zeigen: Angela Merkel hat Norbert Röttgen aufgegeben“, sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. „Die Kanzlerin will nicht Teil des Desasters von Düsseldorf sein“, betonte er mit Blick auf Aussagen Merkels, am Sonntag gehe es nur um NRW, „um nicht mehr und nicht weniger“. Es sei nicht mehr damit zu rechnen, dass Röttgen im Falle einer Niederlage Oppositionsführer in Düsseldorf werde, meinte Oppermann. „Röttgen wird als gescheiterter Kronprinz nach Berlin zurückkehren.“
Bild: dpaEvonik
Der Chemiekonzern Evonik Industries AG sitzt in Essen und ist eines der weltweit größten Unternehmen der Spezialchemie. Das Unternehmen beschäftigte 2011 rund 34.000 Mitarbeiter und hatte einen Jahresumsatz von 14,5 Milliarden Euro.
Bild: dpaThyssen Krupp
Der Stahlproduzent, Technologie- und Rüstungskonzern Thyssen Krupp mit Sitz in Essen und Duisburg beschäftigte im vergangenen Jahr mehr als 180.000 Menschen. Der Umsatz, den das 1999 aus einer Fusion von Friedrich Krupp AG und Thyssen AG hervorgegangene Unternehmen erwirtschaftete, lag bei mehr als 43 Milliarden Euro.
Bild: ScreenshotABUS
Abus ist ein Akronym des eigentlichen Firmennamens: August Bremicker und Söhne. Das in den 1920er Jahren gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Wetter ist Weltmarktführer bei Vorhängeschlössern. Außerdem stellt Abus Rauchmelder, Alarm- und Schließanlagen, Videoüberwachungssysteme, sowie Sicherungen für Boote und Zweiräder her. Weltweit sind mehr als 2000 Menschen für den Betrieb tätig. Der Umsatz pro Jahr wird auf bis zu einer Milliarde Euro geschätzt.
Bild: dpaAldi
Der Handelskonzern Aldi mit Sitz in Essen (Aldi Nord) und Mülheim an der Ruhr (Aldi Süd) hat vor allem im Ausland noch Wachstumspotenzial. Aldi Nord ist derzeit mit über 5.260 Filialen in 10 Ländern vertreten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien und den USA. Aldi Süd ist dagegen in Australien, Großbritannien, Irland, Österreich, Schweiz, Slowenien, Ungarn und den USA präsent. Zusammen haben beide rund 7000 Filialen in Deutschland. Der Umsatz von Aldi Gesamt liegt bei über 40 Milliarden Euro (Stand: 2009).
Bild: dpa/dpawebRheinmetall
Der Automobilzulieferer und Rüstungskonzern ist im MDax gelistet und gilt als das achtgrößte Rüstungsunternehmen der Welt. Im Geschäftsjahr 2011 macht der Düsseldorfer Konzern einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2012 wird mit weiterem Wachstum gerechnet. Weltweit sind für die Rheinmetall AG rund 20.000 Menschen tätig.
Bild: dpa/dpawebBertelsmann
Der Medienkonzern Bertelsmann aus Gütersloh gilt als eines der größten Medienunternehmen der Welt. Zum Konzern gehören unter anderem die RTL Gruppe und der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (stern, Brigitte, Financial Times Deutschland). Mehr als 100.000 Menschen sind für Bertelsmann tätig, der im letzten Jahr generierte Umsatz lag bei mehr als 15 Milliarden Euro.
Bild: APTengelmann
Zu Tengelmann mit Sitz in Mülheim an der Ruhr, gehören eine ganze Menge verschiedenster Unternehmen. Zu Gruppe gehören die Bau- und Heimwerkermärkte OBI, die Kaiser's- und Tengelmann-Supermärkte und der Textildiscounter Kik. Außerdem ist Tengelmann an der Kette Woolworth, dem Discounter TEDi und dem Discounter Netto beteiligt. In Europa hat die Gruppe mit ihren verschiedenen Marken 4.117 Filialen in 15 Ländern. Mehr als 80.000 Mitarbeiter haben der Gruppe im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von mehr als elf Milliarden Euro erwirtschaftet.
Bild: dpaHaniel
Die Franz Haniel & Cie. GmbH sitzt in Duisburg und vereint diverse Unternehmen unter einem Dach. Zu Haniel gehören die CWS-boco, einem der führenden Anbieter für Waschraumhygiene und textile Dienstleistungen, der Rohstoffhändler ELG, der Geschäftsausstatter TAKKT, der Pharmagroßhändler Celesio und der Handelskonzern Metro. Im vergangenen Jahr arbeiteten rund 60.000 Menschen für Haniel. Der Umsatz im Jahr 2011 betrug 27 Milliarden Euro.
Bild: PressebildG. Siempelkamp
Hinter dem Namen G. Siempelkamp verbirgt sich ein ganzer Konzernverbund: Die Technologiespezialisten rüsten Industriebetriebe rund um die Welt aus. Fachbereiche sind Maschinen- und Anlagenbau, Nuklear- und Gusstechnik. Rund 495 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten die Maschinenbauer aus Krefeld im Jahr 2010, rund 3.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen.
Bild: ScreenshotSchwing GmbH
Die Schwing GmbH aus Herne ist der größte Hersteller von Betonpumpen weltweit. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.300 Menschen in sieben Ländern und war unter anderem am Bau der Hochgeschwindigkeitsstraße für den TGV und des International Finance Center Taipeh 101 in Taiwan beteiligt. Was die Umsätze angeht, hüllt sich der Familienbetrieb in Schweigen, Schätzungen zufolge liegt er unterhalb der Milliarde.
Evonik
Der Chemiekonzern Evonik Industries AG sitzt in Essen und ist eines der weltweit größten Unternehmen der Spezialchemie. Das Unternehmen beschäftigte 2011 rund 34.000 Mitarbeiter und hatte einen Jahresumsatz von 14,5 Milliarden Euro.
Oppermanns Einschätzung deckt sich weitgehend mit den Ergebnissen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Info im Auftrag von Handelsblatt Online. Die Bürger in Nordrhein-Westfalen gehen demnach fest davon aus, dass Röttgen als Wahlverlierer nach Berlin zurückkehrt. Immerhin 61 Prozent sind der Meinung, dass eine Wahlschlappe „keine Konsequenzen für sein Amt als Bundesumweltminister“ habe. Nur 36 Prozent der Befragten sehen seine Zukunft dann als gefährdet an. Selbst die Mehrheit der CDU-Wähler (73 Prozent) glaubt weiter an eine politische Zukunft für Röttgen in der Hauptstadt. Auch die Wähler der anderen Parteien sind überzeugt, dass es für einen Wahlverlierer Röttgen in Berlin weitergehen wird – mit Ausnahme der Linkspartei-Anhänger. Die sind der Umfrage zufolge zu 57 Prozent der Ansicht, dass die politische Karriere des CDU-Politikers am Wahltag beendet sein wird.
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