Unternehmen in Singapur: Mitten im Geschehen

Unternehmen in Singapur: Mitten im Geschehen

, aktualisiert 21. November 2011, 22:45 Uhr
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Der deutsche Brandschutzhersteller Minimax hat seine Zentrale für Südostasien in Singapur.

von Finn Mayer-KuckukQuelle:Handelsblatt Online

Der deutsche Brandschutzhersteller Minimax hat Singapur als Basis für Südostasien gewählt: Die Standortbedingungen sind sehr gut, und alle Märkte der Region sind leicht erreichbar. Auch die Nachfrage ist hoch.

PekingKrise? Welche Krise? In Südostasien brummt die Wirtschaft. Die sechs Länder des örtlichen Freihandelsverbundes Asean wachsen in diesem Jahr voraussichtlich mehr als sieben Prozent. Die deutsche Brandschutzfirma Minimax profitiert direkt von dem Trend: In der Region steigt der Strombedarf, daher entstehen neue Kraftwerke - und für die liefert das Unternehmen Ausrüstung zu. „Wir erleben hier einen Auftragsboom“, sagt Helmut Wübbenhorst, Leiter des Kompetenzzentrums Südostasien bei Minimax. Die örtliche Filiale des Bad Oldeloer Unternehmens baut zurzeit aus, um die Order bearbeiten zu können. Das Team wird in den kommenden Monaten von derzeit 25 auf ungefähr 30 Mitarbeiter anwachsen.

Minimax bietet von Singapur aus hauptsächlich Sicherheitstechnik für Kraftwerke an: Brandmelder, Schaumanlagen oder Schutzeinrichtungen für Turbinen. Dem Unternehmen kommt zugute, dass das Mutterhaus schon seit langem in allen Erdteilen mit den großen Kraftwerksbauern wie Siemens, Alstom oder Mitsubishi Heavy zusammenarbeitet. Die Dickschiffe der Branche greifen dann auch in Asien auf die Dienste des bewährten Zulieferers zurück. Wegen hohen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums steigt derzeit in der gesamten Region die Nachfrage nach Strom – weshalb sowohl Singapur als auch Indonesien und Malaysia laufend neue Kraftwerke ans Netz bringen.

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So wie die Firma Minimax nutzen immer mehr deutsche Unternehmen die Vorteile Singapurs als Basis für die Boomregion Asien. Im German Centre Singapore, in dem Minimax mit seinem Büro Mieter ist, steigt derzeit die Nachfrage nach Büroraum. „Vor allem viele Mittelständler wollen derzeit hierher“, sagt Hanna Böhme, Geschäftsführerin des German Centre, einem Unternehmen der Landesbank Baden-Württemberg. „Die Wirtschaft hat für Singapur oberste Priorität." Das zeige sich unter anderem an der Effizienz der Behörden im Umgang mit Filialgründungen. Böhme ist hier "positiv überwältigt“ von der Kooperation der offiziellen Stellen.

 „Der Stadtstaat Singapur versteht sich als Serviceprovider für die Wirtschaft“, bestätigt Wübbenhorst von Minimax. Die Unternehmen haben kaum mit Bürokratie zu kämpfen. „Für die Steuererklärung reicht ein zweiseitiges Formular“, sagt Wübbenhorst. Auch Arbeitsvisa, deren Bearbeitung in anderen Länder Monate dauern kann, stellen die Behörden innerhalb von nur einer Woche aus.


Internationale Mischung

Singapur bietet sich dabei für Minimax und andere Unternehmen auch wegen der hohen Lebensqualität als Standort an. Zweigstellenleiter Wübbenhorst ist zwar in erster Linie fürs Geschäft in Singapur, doch die Stadt gefällt ihm auch persönlich sehr gut. „Es gibt nicht ansatzweise solche Kriminalität wie in Deutschland“, sagt der Manager. Er sei hier in zwölf Jahren noch nie angepöbelt oder bestohlen worden, zudem sei die Stadt viel sauberer als vergleichbare Metropolen in anderen Ländern. Dazu kommen weitere Vorteile wie die große Bandbreite an Restaurants westlicher, indischer, chinesischer oder malaysischer Küche und ein entsprechend breites Warenangebot in den Supermärkten. Auch Europäer vermissen hier nichts.

Wegen des guten Bildungssystems steht auf dem Arbeitsmarkt reichlich gut ausgebildetes Personal zur Verfügung. Die Minimax-Truppe vor Ort besteht derzeit nur aus vier Deutschen, ansonsten arbeiten dort Singapurer, Malayen, Indonesier und Chinesen. „Die Mischung ist wahrhaft international“, sagt Wübbenhorst. Die meisten der Mitarbeiter sind Ingenieure – die Kunden erwarten bei Minimax Leute, die ihre Fachsprache sprechen.

Um die neu eingestellten Mitarbeiter unterbringen zu können, zieht Minimax Singapur innerhalb des German Centre in größere Räume um – die letzten Kartons packen Wübbenhorst und seine Leute zur Stunde aus. Das Unternehmen ist seit 1996 hier Mieter und war mit den Bedingungen der deutschen Einrichtung immer zufrieden.

Mieter wie Minimax sind Böhme wichtig: „Die Stärke des German Centre sind das Netzwerk und die kurzen Wege zwischen den Firmen.“ Zwischen den Unternehmen seien oft informelle oder formelle Kooperationen möglich. Unter den Firmen befinden sich auch zahlreiche Unternehmen, die in ihrem Bereich Weltmarktführer oder Technikführer sind. „Die Mieter des German Centres spiegeln die Vielfalt und Stärke des deutschen Mittelstands wieder“, so Böhme

Firmen wie Minimax wiederum wissen es wiederum zu schätzen, dass die Infrastruktur der Büros bereits vorhanden und eingespielt ist. Sie können beispielsweise viele Details der Anmietung ignorieren, die sonst erhebliche Mühe bereiten - denn das Gebäude gehört der Landesbank Baden-Württemberg, die es hier als ihre Aufgabe sieht, kleineren und mittleren deutschen Unternehmen den Weg ins Ausland zu ebnen. Die Mieter finden im Hause auch gleich ein Reisebüro oder deutsche Rechtsanwälte.

Inmitten üppiger tropischer Vegetation im Bezigt Jurong East findet sich also hier das ideale Basislager, um die Märkte der Umgebung zu erschließen. Minimax-Zweigstellenleiter Wübbehorst ist bereits 12 Jahre mit seiner Familie hier – mit nur einer zweijährigen Unterbrechung in Deutschland. „Ich wollte damals zurück nach Singapur“, sagt er. Und will vorerst an seinem Tropenstandort bleiben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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