Finanzkrise Commerzbank stürzt zurück in die Krise
05.11.2009 5 Kommentare 2,3 (10) Legende- Druckversion
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Die Commerzbank hat Details zum abgelaufenen Quartal gegeben – und prognostiziert ein schwieriges Jahr 2010. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite steigt auf 4,2 Milliarden Euro.
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Das neue Logo der Commerzbank in der Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main
AP
Die Wirtschaftskrise drückt die Commerzbank tief in die Verlustzone. Das vom Staat gestützte Institut rechnet inzwischen mit Kreditausfällen von über vier Milliarden Euro - deutlich mehr als der Vorstand bisher in Aussicht gestellt hat. „Wir bleiben mittelfristig sehr vorsichtig. Eine Entspannung bei der Risikovorsorge werden wir frühestens 2011 oder 2012 sehen“, machte Finanzvorstand Eric Strutz deutlich. Immer mehr Pleiten ihrer vorwiegend mittelständischen Kunden und die Krise in Osteuropa, wo sich die zweitgrößte deutsche Bank besonders stark engagiert, machen ihr zu schaffen. Auch für das kriselnde Geschäft mit Schiffs- und Immobilienkrediten gab der Vorstand noch keine Entwarnung.
2009 und wohl auch 2010 schreibe die Bank deshalb erneut Verluste, kündigte Finanzchef Eric Strutz heute an. In den ersten neun Monaten summierte sich der Konzernverlust vor allem wegen der Integration der Dresdner Bank auf knapp 2,7 Milliarden Euro. Für das gesamte Jahr erwarten Branchenkenner etwa drei Milliarden Euro Minus. Auch Abschreibungen beim Verkauf der Tochter Eurohypo drückten das Ergebnis, während die Belastungen aus der Finanzkrise langsam sinken. Bis 2012 will die Bank schwarze Zahlen schreiben.
Konkurrenz erholt sich schneller
Andere Institute wie etwa die beiden größten Banken der Eurozone, die spanische Santander und die französische BNP Paribas, kämpfen ebenfalls mit stark steigenden Kreditrisiken. Im Gegensatz zur Commerzbank konnte BNP Paribas jedoch - wie auch der deutsche Branchenprimus Deutsche Bank - mit sprudelnden Gewinnen im wieder aufkeimenden Kapitalmarktgeschäft die Verluste mit Krediten mehr als wettmachen. Die Franzosen steigerten ihren Gewinn im dritten Quartal um fast die Hälfte auf 1,3 Milliarden Euro.
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Enttäuschte Investoren
Anleger nahmen die Quartalszahlen und den negativen Ausblick zum Anlass, Commerzbank-Aktien abzustoßen, die mit Verlusten von mehr als vier Prozent größter Verlierer im Dax waren. Bereits nach Bekanntgabe von Eckdaten zu den Quartalszahlen am vergangenen Montag war die Aktie auf Talfahrt gegangen. „Die Probleme bei der Commerzbank sind noch lange nicht vorbei“, sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck. Besonders beunruhigend sei die Kreditrisikovorsorge, urteilte Olaf Kayser von der LBBW.
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