Pharmaindustrie Die gewagten Versprechen von Ratiopharm
17.11.2009 3 Kommentare 1,1 (19) Legende- Druckversion
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Abhängig: Umsatzanteile nach Regionen
Während Ziems den Verkauf vorantreibt, kümmert sich Unternehmenschef Windholz um das laufende Geschäft. Der 43-Jährige löste im Frühjahr 2008 den glück- und erfolglosen Eigentümer-Filius Philipp Merckle ab.
Unter Windholz konzipierte Ratiopharm einen neuen Werbeauftritt – die bei den Verbrauchern beliebten blonden Zwillingsschwestern Folke und Gyde hatte sein Vorgänger noch abgeschafft. Zudem bündelte der neue Ratiopharm-Chef den Einkauf von Rohstoffen, um bessere Preisnachlässe zu bekommen. Insgesamt will Ratiopharm in Einkauf, IT und Organisation 100 Millionen Euro einsparen. Weltweit fallen 600 von 5400 Stellen weg – in Deutschland sind es 200 von insgesamt 2850. Den früheren Glanz hat Windholz Ratiopharm noch nicht zurückgeben können.
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Deutschland-Geschäft läuft mau
Sein Unternehmen verliert an Masse. So zählt der Schweizer Generika-Hersteller Mepha inzwischen nicht mehr zur Gruppe. Die Merckle-Familie hat entschieden, das florierende Unternehmen separat zu verkaufen. 2009 soll Ratiopharm weltweit 1,6 Milliarden Euro Umsatz erreichen. 2008 waren es – inklusive des Mepha-Geschäfts von umgerechnet etwa 250 Millionen Euro – noch 1,9 Milliarden Euro.
Erstmals nennt Ratiopharm sogar Gewinnzahlen. 2008 erzielten die Ulmer einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen in Höhe von etwa 250 Millionen Euro – 2009 könnte dieses Ergebnis wieder erreicht werden. Bei weniger Umsatz wäre das durchaus ein Erfolg. Die Gewinne fallen aber vor allem im Auslandsgeschäft an, in Deutschland läuft das Geschäft eher mau.
Dabei erzielt Ratiopharm hierzulande fast die Hälfte seines weltweiten Umsatzes. Doch auf dem wichtigen Heimatmarkt sinkt der Marktanteil bei den wichtigen rezeptpflichtigen Präparaten – von 20,6 Prozent (Dezember 2008) auf 19,4 Prozent (September 2009). Die Marktführerschaft in Deutschland hat Ratiopharm schon vor Jahren an den Konkurrenten Hexal verloren.
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