Wiedeking-Abfindung Die pseudogeneröse Lösung
23.07.2009 85 Kommentare 2 (78) Legende- Druckversion
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Jetzt kriegt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking also nur 50 Millionen Euro Abfindung statt befürchteter 250 Millionen. Schon scheinen sich alle einig: Unerwartete Bescheidenheit! Dabei sollten sich die Beteiligten einmal die Frage stellen, ob ein Manager, der ein Unternehmen in eine insolvenznahe Situation manövriert, überhaupt eine Abfindung verdient, findet WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner
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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner
Es ist schon erstaunlich: Da zerbricht eine ganze Regierungskoalition über eine Sonderzahlung von weniger als drei Millionen Euro für einen Bankvorstand einer quasi-bankrotten Landesbank, aber für den scheidenden Porsche-Chef scheinen 50 Millionen gerade recht.
Dabei muss nun auch Porsche unter den Rettungsschirm des Emirats Katar, Volkswagen und der Eigentümerfamilien. Würden die nicht einspringen, hätte der Sportwagenhersteller wegen der missglückten Übernahme des Volkswagen-Konzernsmit hoher Wahrscheinlichkeit noch vor Weihnachten den Gang zum Insolvenzrichter antreten müssen.
Wiedeking war lange einer der besten Manager der Branche
Rechtfertigt das eine Abfindung von 50 Millionen Euro? Wohl kaum.
Es geht hier nicht einmal darum, Wiedekings Lebenswerk zu schmälern. Der Mann war über Jahre einer der besten und erfolgreichsten Manager der gesamten Branche. Kein anderer Autoboss hat sich dermaßen auf Marken- und Produktpositionierung verstanden, keiner hat bessere Renditen erwirtschaftet. Für diese Erfolge wurde er schon früher fürstlich bezahlt. Das ist völlig in Ordnung und dagegen wird auch niemand etwas einwenden.
Doch nun steht Porsche nun einmal wegen der völlig verunglückten VW –Übernahme ganz Dicht an der Klippe. Und die Verantwortung dafür trägt nun einmal auch das Management, unabhängig davon, ob es vom Aufsichtsrat dazu ermächtigt wurde.
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Daran, dass 50 Millionen Euro unter solchen Umständen völlig deplatziert wirken, ändert sich übrigens auch nichts, wenn man 25 Millionen in eine gemeinnützige Stiftung gibt (Achtung: Steuerersparnis!) und (wahrscheinlich als kleiner, humoriger Seitenhieb) 1,5 Millionen für die Unterstützung „notleidender Journalisten im Alter“ spendet. Aber ein stiller und damit vielleicht auch würdevollerer Abgang schien für Wendelin Wiedeking wohl nicht möglich zu sein. Schade eigentlich.
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