Raumfahrt Ein Mittelständler sticht EADS beim Satellitenprogramm Galileo aus
03.07.2009 3 Kommentare 2,1 (10) Legende- Druckversion
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Ein GIOVE-A-Satellit, der als erster Satellit des europäischen Navigationssystems Galileo im Dezember 2005 gestartet und auf eine mittlere Erdumlaufbahn in 23.260 Kilometer Höhe gebracht wurde.
dpa
Das ist derzeit wertvoller denn je. Denn in der vergangenen Woche rügte der europäische Rechnungshof die EU-Kommission, ihre schlechte Verwaltung bei Galileo sorge für höhere Kosten und Verspätungen.
Zum Zweiten nutzt Fuchs senior gerade seine Kontakte zu Politikern aller politischen Ebenen und Parteien und appelliert an deren Sympathie für Mittelständler anstelle anonymer Großkonzerne. „Der verbindet den Enthusiasmus eines Existenzgründers mit der Sachkenntnis eines Wissenschaftlers“, sagt ein Geschäftsfreund.
Und schließlich spielen die Bremer damit, ein deutsches Unternehmen zu sein. Denn im internationalen Proporz des Galileo-Projektes steht Deutschland der Bau der Satelliten zu. Zwar fertigt auch Astrium einen großen Teil seiner Satelliten in Bremen, doch muss die EADS-Tochter die Arbeit mit ihren Partnern aus Frankreich und Italien teilen. „Wir hingegen geben die Gewähr, dass die Arbeit größtenteils in Deutschland gemacht wird“, sagt Fuchs junior.
EADS fürchtet Auftrags- und Gesichtsverlust
Der Erfolg der Bremer macht die Astrium-Manager zunehmend nervös. „Wenn wir den Auftrag verlieren, stecken wir echt im Schlamassel“, sagt Astrium-Chef Evert Dudok und streute auf der Pariser Messe Zweifel, ob OHB den Auftrag stemmen könne. Selbst eine Teilung des Auftrags sei gefährlich. „Das würde die Baukosten um bis zu 40 Prozent erhöhen“, warnte Dudok.
Am Ende könnte eine Niederlage bei Galileo für den Goliath EADS aber wohl vor allem im Gesichtsverlust bestehen, den Auftrag mit einem David teilen zu müssen. Denn OHB wird wohl einen Teil des Galileo-Auftrages an die britische Firma Surrey Satellite Technology abgeben. Und die hat Astrium zur Sicherheit kurz nach Beginn der Ausschreibung übernommen.
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