Mode Escada zieht Käufer an

Der Verkauf des insolventen Modekonzerns Escada geht auf die Zielgerade. Wenige Tage vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens gebe bereits verbindliche Angebote, weitere gingen derzeit ein, hieß es aus Finanzkreisen.

Escada-Erbe Sven Ley mit Bild vergrößern Interesse an Escada: Gründersohn Sven Ley mit seiner Frau Zoe Appleyard vor ihrer Trauung im Jahr 2004 dpa

Mit einem Abschluss des Verkaufsprozesses werde bereits Anfang November gerechnet. Das Insolvenzverfahren sei dabei eine rein rechtliche Formalie und bedeute keineswegs ein Scheitern des Verkaufsprozesses, hieß es. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Gerloff führe zusammen mit Escada-Chef Bruno Sälzer die Endverhandlungen, berichtete die „Financial Times Deutschland“.

Dem Bericht zufolge soll unter den Interessenten für Escada ein weibliches Mitglied der Großfamilie des indischen Stahlunternehmers Lakshmi Mittal sein. Auch Sven Ley, der Sohn des Escada-Gründerpaars Margaretha und Wolfgang Ley soll sich für einen Kauf des Unternehmens interessieren. Hinter ihm stehen die italienischen Investoren Maurizio Borletti und Giacomo Santucci.

Verkauf des Geschäftsbetriebs

Ein Escada-Sprecher wollte sich nicht zu Details oder Namen äußern. „Der Prozess läuft unverändert plangemäß und soll zügig zu einem Ende gebracht werden“, sagte er. „Das Ziel ist die Fortführung des Geschäftsbetriebes.“ In Finanzkreise wird damit gerechnet, dass ein Investor nicht die gesamte Escada AG mit ihren Schulden übernimmt, sondern den Geschäftsbetrieb herauskauft. Im Prinzip sei das, als ziehe Escada in ein neues Haus um, hieß es.

Escada ist eine der bekanntesten Damenmodemarken der Welt. Durch jahrelange Managementfehler, schlecht aufgenommene Kollektionen und ständige Vorstandswechsel war das Unternehmen aber in eine schwere Krise geraten und musste im August Insolvenzantrag stellen.

Der Geschäftsbetrieb bei Escada geht seit dem Insolvenzantrag weiter, Entlassungen gab es bislang nicht. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 2000 Mitarbeiter, davon rund 500 am Stammsitz in Aschheim bei München. Wie viele Mitarbeiter bei einem Verkauf übernommen werden, ist noch unklar.

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