Umfrage Gründer bleiben optimistisch

Was die WirtschaftsWoche-Umfrage unter 151 Internet-Startups ergeben hat.

Vorzeige-Gründer: Die Bild vergrößern Vorzeige-Gründer: Die Gründer der Suchmaschine Google Sergey Brin (r) und Larry Page dpa

Risiko Anzeigengeschäft

Besonders pessimistisch sind die Unternehmen, denen jüngst eine Finanzierung weggebrochen ist. Nur jedes Dritte sieht sich durch die Krise nicht bedroht. Fast die Hälfte von ihnen will Personal abbauen, jedes  Dritte will sich mit einem anderen Unternehmen zusammentun. Interessant: Knapp zwei Drittel von ihnen finanziert sich über Anzeigenerlöse.

Abomodelle behaupten sich

Besonders sattelfest und optimistisch sind die Unternehmen, die sich über Bezahlmitgliedschaften finanzieren. Die Mehrheit von ihnen fürchtet die Krise nicht, auch wenn sie  derzeit noch auf Kapitalsuche sind. Außerdem geht nur ein Bruchteil von ihnen davon aus, die Umsatzprognose für das laufende Jahr senken zu müssen.

Noch kein Umsatzeinbruch

Knapp sieben von zehn Unternehmen wollen mit Kostensenkungen auf die Krise reagieren. Jeder vierte Gründer will die Suche nach Risikokapitalgebern vorziehen, jeder Fünfte denkt daran, sich mit anderen Unternehmen zusammen zu tun. Etwa 15 Prozent wollen Stellen abbauen. Allerdings scheinen das vor allem Abwehrmaßnahmen zu sein: Im laufenden Jahr haben nur knapp 16 Prozent der befragten Startups angegeben ihre Umsatzprognose gesenkt. Betroffen davon sind vor allem kleinere Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern.

Wachsender Druck

Einige Gründer berichten in der Umfrage von nervösen Risikokapitalgebern, die lieber in bestehende Portfolio-Unternehmen investieren als in neue. Außerdem spüren einige Startups wachsenden Druck der Investoren, die Kosten zu senken und den Ertrag zu steigern, um weiter liquide zu bleiben. „Fokus auf schnelleren Break-Even durch Einsparung“, beschreibt ein Gründer seine Reaktion auf die Krise. „Als Sofortmaßnahme impliziert dies Stellenabbau, der allerdings gegen Ende 2009 wieder aufgefangen werden soll.“ Bei einigen Unternehmen springen außerdem die ersten Kunden ab und verschieben ihre Aufträge und Bestellungen ins nächste Jahr.

Optimismus

Trotz der Krise geben sich die Gründer optimistisch: Auch wenn etwa 70 Prozent glauben, dass es schwieriger werden könnte, Kapitalgeber zu finden, bezweifeln nur zehn Prozent für ihr eigenes Unternehmen keinen Investor zu finden. Einige sind trotz der Krise weiter auf Expansionskurs. „Welche Krise? Wir expandieren!“, schreibt ein Jungunternehmer. Und ein anderer: „Wir sehen ziemlich optimistisch in 2009. In jeder Krise liegt auch eine Chance.“ Ein Gründer will die schlechte Stimmung auf seine Weise nutzen: „Die Krise ist eine super Möglichkeit um Zulieferer, Partner und sonstige ‚Kostenfaktoren’ unter dem Vorwand des ‚Wir müssen aufgrund von Investorendruck Kosten einsparen’-Arguments zu saftigen Rabatten zu verleiten.“

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