Streit um Bundesligavermarktung Kartellamt lehnt Mini-Sportschau ab

Im Streit um die Vergabe der Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga hat das Bundeskartellamt auch einen Kompromissvorschlag des Ligaverbandes DFL abgelehnt. Dessen Konzept sah eine arg verkürzte Sportschau vor.

Das Logo der Fußball-Bundesliga. Bild vergrößern Das Logo der Fußball-Bundesliga. dpa

HB DÜSSELDORF. Der Vorschlag habe eine auf 30 Minuten verkürzte Zusammenfassung der Höhepunkte um 19.30 Uhr im digitalen Fernsehen vorgesehen. Dies sei nicht akzeptabel, sagte eine Behördensprecherin am Freitag.

Eine solche Zusammenfassung würde nach Auffassung der Wettbewerbshüter nicht genügend Zuschauer im frei empfangbaren TV erreichen. "Eine digitale Ausstrahlung würde beim derzeitigen Stand des Ausbaus der Digitalisierung nur knapp 40 Prozent der TV-Haushalte abdecken. Von einer angemessenen Verbraucherbeteiligung kann allein schon deswegen nicht die Rede sein", erläuterte das Kartellamt.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte berichtet, ein erster Kompromissvorschlag der DFL und ihres Vermarktunspartner Leo Kirch sehe vor, dass es ab Sommer 2009 statt der ausführlichen "Sportschau" der ARD samstags um 18.15 Uhr eine um 19.30 Uhr beginnende Kurzfassung von 30 Minuten geben könnte. Alternativ könnte die Zusammenfassung unverschlüsselt nur noch im digitalen Fernsehen laufen, berichtete die Zeitung. Die ARD wies die Vorschläge der "FAZ" zufolge umgehend zurück.

Das Kartellamt hatte die ursprünglichen Pläne der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zur Vermarktung der Fußball-Bundesliga abgelehnt und gefordert, die Samstagsspiele müssten in einer Zusammenfassung unbedingt vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden. Damit wäre die vom Kirch- Vermarkter Sirius garantierten Einnahmen von 500 Mill. Euro pro Saison wohl nicht mehr einzuspielen. Der Bezahlsender Premiere hätte Experten zufolge bei einem späteren Sendetermin der ARD-Sportschau - etwa nach 22 Uhr - deutlich mehr Geld für die Live-Rechte geboten.

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