Reeder Falk-Hartwig Rost Kreuzfahrten sind der einzige Wachstumsbereich im Reisemarkt
10.03.2010 Jetzt kommentieren! 1,6 (15) Legende- Druckversion
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Die Kreuzfahrtbranche hat in Deutschland erstmals die Millionengrenze bei der Passagierzahl geknackt. Der Deutschland-Chef der italienischen Reederei MSC sieht weitere Wachstumschancen.
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Taufe des Kreuzfahrtschiffs "MSC Magnifica"
APN
WirtschaftsWoche: Herr Rost, an diesem Samstag wurde Ihr elftes Schiff, die „MSC Magnifica“, in Hamburg von Sophia Loren getauft. Warum in Deutschland, wo doch Reederei und Patin aus Italien stammen?
Rost: Damit wollen wir die Bedeutung des deutschen Marktes für unser Unternehmen unterstreichen: Neben dem Heimatmarkt Italien ist Deutschland für uns der zweitwichtigste europäische Quellmarkt.
Wie viele Kunden haben Sie hier?
Beim Start in Deutschland 2004 hatten wir gerade mal 10.000 Passagiere, mittlerweile sind wir mit rund 150.000 Passagieren die Nummer zwei nach Aida. Allein im vergangenen Jahr hatten wir ein Wachstum von 17 Prozent bei den Teilnehmerzahlen, beim Deutschland-Umsatz haben wir fast 152 Millionen Euro erreicht, gut 20 Prozent mehr als im Jahr davor...
Zur Person
Rost, 55, heuerte im Mai 2004 bei MSC Kreuzfahrten an, seit Anfang 2005 leitet er die Deutschland-Dependance. Die 1970 gegründete Mediterranean Shipping Company (MSC) ist in Privatbesitz und betreibt 378 Containerfrachter und elf Kreuzfahrtschiffe. Sie ist die zweitgrößte Containerreeder nach Maersk.
...obwohl der deutsche Reisemarkt 2009 insgesamt um vier Prozent eingebrochen ist und wohl auch im laufenden Jahr schrumpft...
...richtig, das Kreuzfahrtgeschäft ist derzeit das einzige noch wachsende Segment im schrumpfenden Reisemarkt, allerdings konnten nicht alle Mitbewerber davon partizipieren.
Warum sind Sie optimistisch?
Verglichen mit anderen Ländern, ist der Markt hierzulande noch längst nicht ausgeschöpft. 2009 hat die Kreuzfahrtbranche in Deutschland erstmals die Millionengrenze bei der Passagierzahl geknackt – das entspricht gut einem Prozent der Bevölkerung. In Großbritannien ist der Anteil doppelt, in den USA sogar viermal so hoch. Wir haben in Deutschland 35 Millionen Pauschalurlauber, zehn Prozent davon sind grundsätzlich offen für eine Kreuzfahrt, daraus errechnet sich ein langfristiges Marktpotenzial von 3,5 Millionen Reisenden.
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Wo positionieren Sie sich da?
In diesem Markt sind wir mit unseren modernen Vier-Sterne-Plus-Schiffen sehr gut aufgestellt. Hinzu kommt, dass unser Produkt so vielfältig ist, dass es unterschiedliche Interessen bedient: Für Familien mit Kindern etwa sind wir aufgrund unserer Preispolitik sehr attraktiv, wer es exklusiv will, kann mit dem Yacht-Club Kabinen mit Butler-Service buchen.
Allein in diesem Jahr stechen weltweit elf neue Kreuzfahrtschiffe in See. Da dürften die Preise unter Druck geraten.
Und wenn schon. Anders als für manche Mitbewerber ist das für uns kein Problem. Mit elf modernen Schiffen in einer Größe zwischen 3000 und 4000 Passagieren können wir Mengenvorteile nutzen. Beim Einkauf etwa von Treibstoff oder Verpflegung kommt uns zudem die Zugehörigkeit zur MSC-Gruppe zugute. In dieser Konstellation verdienen wir auch dann noch Geld, wenn Mitbewerber mit nur einem älteren Schiff aufgrund des verschärften Wettbewerbs schon rote Zahlen schreiben.
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