Nach Höchststand im Juli Zahl der Firmenpleiten leicht rückläufig

Die Wirtschaftskrise fordert ihre Opfer. 2619 Unternehmen mussten im August Insolvenz anmelden, 400 weniger als im Juli aber immer noch 12,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das meldet das statistische Bundesamt.

ILLUSTRATION - Mit einer Lupe Bild vergrößern Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 15,5 Prozent gestiegen dpa

Immer mehr Unternehmen brechen in der Wirtschaftskrise zusammen. Insgesamt 2619 deutsche Unternehmen mussten im August Insolvenz beantragen. Das ist zwar ein leichter Rückgang nach dem bisherigen Jahreshöchststand im Juli (3046 Pleiten). Trotzdem sind es im Vergleich zum Vorjahresmonat 12,3 Prozent mehr. Das zeigen die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im Gegensatz dazu sind die Verbraucherinsolvenzen seit Jahresbeginn relativ konstant. Die für August gemeldeten 7.858 Fälle liegen lediglich um 0,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die offenen Forderungen aller Gläubiger bezifferten die Gerichte für den August 2009 auf voraussichtlich 4,3 Milliarden Euro - fast doppelt so viel wie die 2,2 Milliarden Euro im August des Vorjahres.

Mehr als 100.000 Insolvenzen in den ersten acht Monaten

Von Januar bis August 2009 zählte die Behörde 21.807 Unternehmenspleiten und 65.710 Verbraucherinsolvenzen. Zusammen mit Insolvenzen anderer privater Schuldner und von Nachlässen registrierten die deutschen Amtsgerichte in diesem Zeitraum 106.907 Insolvenzen. Ein Vergleich dieser Zahlen mit dem Vorjahreszeitraum ist nach Angaben der Statistiker nicht möglich, da von nordrhein-westfälischen Gerichten im ersten Quartal 2008 Insolvenzfälle des Jahres 2007 nachgemeldet wurden.
Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre lässt sich aber die Entwicklung für Deutschland insgesamt auch anhand der Ergebnisse der übrigen 15 Bundesländer darstellen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stieg 2009 ohne Nordrhein-Westfalen um 15,5 Prozent, die Verbraucherinsolvenzen nahmen dagegen um 1,1 Prozent.

Mehr Arbeitslose und Verbraucherinsolvenzen befürchtet

Die positive Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen könnte aber schon bald an ein Ende kommen: Mit steigender Arbeitslosigkeit wächst nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform für viele Haushalte in den nächsten Monaten die Gefahr der Überschuldung. Die Experten gehen laut einer am Mittwoch vorgestellten Schätzung davon aus, dass 2010 rund 6,5 Millionen Verbraucher ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Dies wären 300.000 mehr als in diesem Jahr. Damit könnte fast jeder zehnte Bundesbürger über 18 Jahre in die Schuldenfalle geraten.  

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