17.000 Kläger: Detailfragen im Telekom-Prozess

17.000 Kläger: Detailfragen im Telekom-Prozess

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Akten im Telekom-Prozess

Im Anlegerprozess gegen die Deutsche Telekom sind weitere Zeugen vernommen worden.

Dabei ging es um Detailfragen, die den Kauf des US-Anbieters Voicestream durch die Telekom betrafen. Die rund 16.000 klagenden Aktionäre verlangen Schadensersatz für erlittene Kursverluste. Die Telekom hatte beim Kauf von Voicestream und der US-Firma Powertel deren Aktionäre unter anderem mit 1,1 Milliarden eigenen Aktien bezahlt, die nach Ablauf bestimmter Haltefristen verkauft werden konnten.

Schon die Aussicht, dass mehrere hundert Millionen T-Aktien auf den Markt geworfen würden, setzte den ohnehin geschwächten Kurs unter Druck. Nach Angaben eines Zeugen sah die Telekom jedoch keine Möglichkeit, dieser Entwicklung gegenzusteuern.

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„Letztendlich sind meiner Ansicht nach keine Maßnahmen durchgesetzt worden“, sagte Tjark Schütte, der als damaliger Mitarbeiter der Investor-Relations-Abteilung die Auswirkungen eines massenhaften Aktienverkaufs und mögliche Schritte der Telekom untersuchen sollte. Der Kauf der beiden US-Firmen sei erst Mitte 2001 beendet worden, sagte Schütte. Auch der Umtausch der Voicestream- in T-Aktien sei dann erst geschehen

Die Telekom hatte den Kauf von Voicestream im Juli 2000 angekündigt - gut einen Monat nachdem sie Aktien zu einem Stückpreis von 66,50 Euro platziert hatte. Im Juni 2002 erreichten die T-Aktien ihren Tiefpunkt bei einem Kurs von 8,14 Euro - im Vergleich zum Höchststand ein Minus von 92 Prozent.

In der Zwischenzeit hatte die Telekom unter anderem den Kauf von Voicestream und des US-Unternehmens Powertel perfekt gemacht, den Wert ihrer Immobilien nach unten korrigiert, rund 8,5 Milliarden Euro für UMTS-Lizenzen ausgegeben und den Börsengang von T-Mobile wegen des schwachen Börsenumfelds ausgesetzt.

Der Kauf von Voicestream ist einer der Hauptstreitpunkte in dem Prozess. Insgesamt muss sich das Oberlandesgericht Frankfurt mit mehr als 30 Anklagepunkten befassen. Die Aktionäre behaupten, dass die Telekom den geplanten Kauf des US-Unternehmens Voicestream im Prospekt zur dritten Aktienplatzierung im Jahr 2000 verschwiegen habe.

Die Telekom bestreitet, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Entscheidung gefallen sei. Der ehemalige Konzernchef Ron Sommer, der Ex-Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus und Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick hatten die Darstellung des Konzerns gestützt.

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