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30.000 Kontodaten angeboten: Steueraffäre könnte sich auf Schweiz ausdehnen

von AP

Die Steueraffäre um Stiftungen aus Liechtenstein kann sich möglicherweise auf die Schweiz ausweiten: Denn ein Unbekannter hat den Steuerbehörden Datensätze über 30.000 Schweizer Bankkonten zum Kauf angeboten.

Das Schloss der Quelle: dpa
Das Schloss der Fürstenfamilie im liechtensteinischen Vaduz Quelle: dpa

Das bestätigte der baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) den „Stuttgarter Nachrichten“. „Man weiß aber nicht, ob die Sache seriös ist“, sagte er dem Blatt. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat unterdessen mit ihrem harten Vorgehen in der Liechtensteiner Steueraffäre eine Flut von Selbstanzeigen verängstigter Steuersünder ausgelöst.

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Allein in den vergangenen drei Wochen habe sich die Zahl der bei der Strafverfolgungsbehörde eingegangenen Steuerbeichten auf gut 150 verdoppelt, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft Eduard Güroff. Darüber hinaus seien Abschlagszahlungen von mehr als 30 Millionen Euro eingegangen. Weitere Zahlungen in Millionenhöhe seien angekündigt, sagte der Sprecher.

Die Drohung mit Enthüllungen über Schweizer Konten könnten nun für weitere Nervosität bei deutschen Steuersündern sorgen. Dem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ zufolge soll der Unbekannte behauptet haben, die Datensätze enthielten Hinweise auf Steuerhinterziehung von Kapitalanlegern aus ganz Deutschland. Die Steuerbehörden im Land prüften nun, wer für den Fall zuständig wäre, hieß es. Als wahrscheinlichste Lösung gelte eine Bundesbehörde.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hat der Unbekannte angekündigt, sich bald wieder bei den Steuerbehörden zu melden. Eine Sprecherin des Finanzministeriums in Stuttgart sagte ergänzend, der unbekannte männliche Anrufer habe sich „in den letzten Tagen“ bei einem Finanzamt gemeldet. Nähere Angaben konnte sie nicht machen.

Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums sagte, mit diesem Fall nichts zu tun zu haben. „Darin sind wir noch gar nicht involviert“, sagte Ulrike Abratis. Vielmehr seien dafür die Steuerbehörden in Baden-Württemberg zuständig.

Schweiz gilt als Steuerparadies

Die Schweiz gilt bei vermögenden Deutschen, die Kapitalertragssteuer hinterziehen wollen, wegen ihres Bankgeheimnisses als attraktiv. Zwar hat sich die Schweiz inzwischen wie andere Länder auch verpflichtet, Kapitalerträge deutscher Anleger anonym zu besteuern und an Deutschland abzuführen.

Laut Stratthaus hat diese Quellenabzugssteuer aber „viele Schlupflöcher“. Besteuert würden nur Privatpersonen, nicht aber juristische Personen wie Aktiengesellschaften, sagte er dem Blatt. „Für größere Anleger ist es daher ein Leichtes, diese Steuer zu umgehen.“

Bislang konzentrieren sich die Ermittlungen in der Steueraffäre auf Liechtenstein. Die Bochumer Ermittler sind derzeit damit beschäftigt, die bei den groß angelegten Durchsuchungen im Februar sichergestellten Daten auszuwerten. Seit diesem großen Schlag seien nur noch ein oder zwei ergänzende Durchsuchungen vorgenommen worden, sagte Güroff. Ob in absehbarer Zeit eine weitere Durchsuchungswelle geplant ist, ließ der Justizsprecher offen. „Wir klären jetzt erst einmal ab, was wir haben.“ Derzeit liefen die Ermittlungen auch deshalb mit gebremster Kraft, weil zahlreiche Fahnder die Osterferien in Nordrhein-Westfalen für einen Urlaub nutzten.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.03.2008, 20:04 UhrAnonymer Benutzer: Heinz

    Ja, ja die Reichen. Wer sind überhaupt die Reichen? Je nach politischer Ausrichtung wird das willkürlich festgelegt. Das gab es schon mehrfach in Deutschland, erst bei den Nazis und dann bei den Kommunisten. Da wurde eine bevölkerungsgruppem willkürlich herausgegriffen, dann stigamtiesiert, beschimpft, mit zusätzlichen Steuern abgezockt und bespitzelt. Alles nur, um an das Geld dieser bevölkerungsgruppe zu kommen. Dabei richteten sich die Politiker nicht nach Recht und Gesetz sondern enfachten das "gesunde Volksempfinden". Was kommt als nächstes in diesem Land. Folterung von Verdächtigen, um der Volksmeinung zu entsprechen.?

    Viele wissen gar nicht, dass die EU gerade wegen den Stiftungen in Liechtenstein ein Verfahren gegen DEeutschland führt, da sich Deutschland weigert, sein Außensteuerrecht eroparechtskonform zu gestalten.

    betreffend der neuen Daten sollte man sich nicht bluffen lassen. Die haben gar nichts. Die wollen nur Selbstanzeigen und Denunziantentum fördern; denn die bisherige Ausbeute ist dürftig, entgegen der Erklärungen vom Finanzminister. Und wahrscheinlich werden sogar vorläufig erhaltene Steuern wieder zurückgezahlt werden. irgendwann setzt sich das Recht durch. Und irgendann wird auch dem letzten klar sein, dass bei 1.500 Mrd. Staatsverschuldung und 20 Mrd. Verliust bei öfrfentlich rechtlichen banken es nur darum geht, nicht Gesetze einzuhalten sondern den bürger abzuzocken.

  • 19.03.2008, 19:57 UhrAnonymer Benutzer: an Phil

    jetzt muß schon wieder die arme Putzfrau herhalten und vielleicht auch noch der babysitter. Alberner Vergleich.
    bildzeitung Niveau!

  • 19.03.2008, 18:54 UhrAnonymer Benutzer: Phil

    An Chiesta: und die "normalen" Steuerflüchtlinge? Verschonen? Was ist mit all denen, die Steuern hinterziehen, indem sie Schwarzarbeit fördern? Auch bestrafen? Haben Sie eine nicht angemeldete Putzfrau? Mal drüber nachdenken!

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