60 Jahre Bundesrepublik Deutschland: Modellbauerfolg dank Drahtbürstenpatent

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland: Modellbauerfolg dank Drahtbürstenpatent

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Der Modellauto- und Flugzeughersteller Herpa baute den New Trabi im Maßstab 1:10 nach

Drahtbürstenpatent, Eisenbahnbäumchen und Trabi-Modell: Wie sich der führende Modellauto- und -flugzeughersteller Herpa immer wieder neue Zielgruppen erschlossen hat.

Seinen wohl größten Coup landete der Modellauto- und -flugzeughersteller Herpa nicht auf einer Spielwarenmesse, sondern auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September 2007 in Frankfurt: Dort präsentierte das Unternehmen den New Trabi – als Modell im Maßstab 1:10.

Als echter Prototyp zum Hineinsetzen wird die tiefer gelegte, verbreiterte, einen halben Meter längere und mit schmalen Fenstern aufgepeppte Retroversion der DDR-Rennpappe im kommenden September auf der nächsten IAA vorgestellt. Partner für die Produktion ist die sächsische Karosserieschmiede IndiKar aus Wilkau-Haßlau in der Nähe von Zwickau. „Der New Trabi soll ein Hingucker mit Geschichte und Charme werden, innovativ, praktisch und sparsam“, sagt Klaus Schindler, Mitglied der Herpa-Geschäftsführung. Bestandteil der Präsentation werden verschiedene Antriebskonzepte mit Verbrennungs- und Elektromotoren, ob und wann die Serienfertigung beginnt, ist aber offen.

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Der Ausflug in die reale Autowelt ist typisch für den Mittelständler aus dem mittelfränkischen Dietenhofen: Um nicht zu sehr von einer Produktgruppe abhängig zu werden, hat sich der weltweite Branchenführer bei Pkw-, Nutzfahrzeug- und Flugzeugmodellen durch die ständige Anpassung und Erweiterung seiner Produktpalette immer neue Zielgruppen erschlossen.

Stecken statt kleben

Angefangen hat Herpa-Gründer Wilhelm Hergenröther – der Firmenname ist die Kombination des Familiennamens mit dem Wort „Patente“ – 1949 in Nürnberg mit der Herstellung kleiner Bäume und Sträucher für Modelleisenbahnen. Nutzen kann der Erfinder dafür sein bestehendes Patent zur Produktion von Drahtbürsten – die Borsten werden lediglich grün lackiert und wie eine Tanne konisch zugeschnitten. Wenig später wird das Sortiment um Grasmatten, Streumaterial für Straßen und Felder, Modelleisenbahnanlagen in Modulbauweise und Tunnelbausätze erweitert.

1965 wird Herpa von Fritz Wagener übernommen, vier Jahre zuvor hatte der Maschinenbauingenieur die Firma Riwa-Plastik gegründet. „Ich habe praktisch bei null angefangen und musste sehen, dass ich irgendwie liquide bleibe“, erinnert sich der heute hochbetagte Wagener an die Pionierjahre. Das neue Unternehmen firmiert als Herpa und zieht zum heutigen Stammsitz in Dietenhofen um, die Geschäftsführung übernimmt Wagener. Das Produktionsprogramm ist eine Mischung der fusionierten Firmen: Gefertigt werden Diarähmchen und -magazine der Marke Riwa und Modelleisenbahnzubehör der Marke Herpa.

Ab 1971 kommen Häuserbausätze dazu, 1978 laufen die ersten Pkw-Modellautos vom Band, passend zur Standardmodellbahngröße H0 im Maßstab 1:87. „Das war ein großes Wagnis – schließlich gab es mit Wiking einen mächtigen und gut eingeführten Mitbewerber“, erinnert sich eine längst pensionierte Mitarbeiterin. Doch Herpa produziert nach einer neuen Methode: Statt die Plastik-Einzelteile aufwendig zu verkleben wie Wiking, werden sie in Klick-Bauweise zusammengesteckt.

Lesen Sie auf Seite zwei, wie Herpa der Sprung in neue Marktsegmente gelingt.

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