
DaimlerChrysler teilte heute in Stuttgart mit, der Betriebsgewinn sei in den Monaten Juli bis September auf 892 Millionen Euro abgebröckelt. Vor Jahresfrist hatte der weltweit fünftgrößte Autohersteller operativ noch 1,84 Milliarden Euro verdient. Wegen eines operativen Verlusts von 1,16 Milliarden Euro bei der US-Tochter Chrysler verdiente der Autobauer netto nur noch 541 Millionen Euro. Befragte Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Nettoverlust von 35 Millionen Euro gerechnet. Der Konzernumsatz sank um acht Prozent auf 35,176 Milliarden Euro, der Operating Profit halbierte sich auf 892 Millionen Euro, teilte der Automobilhersteller weiter mit. Im Mittel hatten befragte Analysten mit einem Umsatzminus um 4,6 Prozent auf 36,387 Milliarden Euro gerechnet. Deutlich besser als erwartet schnitten aber die Mercedes Car Group und die Nutzfahrzeugsparte ab. Mercedes konnte den Gewinn um 127 Prozent auf 991 Mill. Euro steigern. An der Gewinnprognose für 2006 hält Daimler-Chrysler trotz drohender Belastungen durch die Beteiligung an EADS fest. Im laufenden Jahr werde weiterhin ein operativer Gewinn in der Größenordnung von fünf Milliarden Euro erwartet. Das Dax-Unternehmen hat aufgrund der Absatzprobleme und einer fehlgeschlagenen Modellpolitik bei Chrysler im laufenden Jahr bereits zwei Gewinnwarnungen herausgegeben, zuletzt aber immer wieder die Hoffung auf eine schnelle Erholung genährt. Eine nochmalige Korrektur der Prognosen würde das Vertrauen in den Kurs des Konzerns weiter untergraben, hatten Analysten im Vorfeld des Quartalszahlen klargestellt. In der Konzernprognose sind die Kosten für den Abbau von weltweit 6000 Stellen in der Verwaltung enthalten, die das Unternehmen im laufenden Jahr mit 500 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommt der Arbeitsplatzabbau bei der Mercedes Car Group (MCG), der 2006 mit 400 Mill. Euro zu Buche schlagen soll. Die zweite Restrukturierung der defizitären Kleinwagentochter Smart sorgt für eine Belastung von rund eine Milliarde Euro. Dagegen verbucht Daimler-Chrysler mit 200 Millionen Euro beziehungsweise 100 Millionen Euro einen Sonderertrag aus dem Verkauf der Dieselmotoren-Aktivitäten um die MTU Friedrichshafen und der Veräußerung von Immobilien. Die Auflösung einer Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen wirkt sich mit 200 Millionen Euro positiv auf die Ertragslage aus. Spritfresser verkaufen sich schlecht Chrysler leidet unter Absatzschwierigkeiten und hohen Lagerbeständen, weil die US-Kunden wegen der gestiegenen Benzinpreise verstärkt kleinere und vergleichsweise verbrauchsarme Fahrzeuge nachfragen. Dagegen bestehen 71 Prozent des Chrysler-Produktportfolios aus großen Geländewagen, Pick-ups und Minivans. Die Daimler-Tochter hat daraufhin im dritten Quartal die Produktion gedrosselt, was aufgrund der hohen Fixkosten zu dem Verlust geführt hat. Ergebniseinbuße durch EADS Der Stuttgarter Konzern sieht im laufenden Jahr ein um 0,2 Milliarde Euro geringeres Ergebnis durch die Probleme beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern. Im dritten Quartal sei das Ergebnis noch nicht negativ beinflusst worden, hieß es weiter. Der Ergebnisbeitrag von EADS habe sich auf 247 (Vorjahr 256) Millionen Euro belaufen. Dazu hätten im Wesentlichen ungünstigere Währungssicherungskurse beigetragen. DaimlerChrysler hatte bei der Gewinnwarnung im September darauf hingewiesen, dass mögliche Ergebnisbelastungen bei EADS noch nicht in der eigenen Prognose enthalten sind, und angekündigt bei Vorlage des Quartalsabschlusses die Auswirkungen auf den eigenen operating Profit zu beziffern. DaimlerChrysler hält derzeit noch 33 Prozent an der in Amsterdam ansässigen EADS NV, deren Ergebnisse mit einem Quartal Verzögerung in der Gewinn- und Verlustrechnung des Automobilherstellers einlaufen. Im Frühjahr 2007 wird der EADS-Anteil im Zuge eines Derivategeschäfts auf 22,5 Prozent reduziert. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hatte seine Prognosen für das laufende Jahr aufgrund der bestehenden Unsicherheiten ausgesetzt. Der Konzern kämpft derzeit mit Lieferverzögerungen beim neuen Großraumflugzeug A380 und hat noch keine abschließende Entscheidung über den Bau des A350 getroffen. Außerdem steht möglicherweise eine tiefgreifende Restrukturierung mit neuer Aufteilung der künftigen Standorte an.













