Abspaltung: General Motors trennt sich endgültig von Opel

Abspaltung: General Motors trennt sich endgültig von Opel

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** KOMBO ** Das Logo von Opel, aufgenommen am 18. November 2008 in Stuttgart. Das Logo von General Motors GM, aufgenommen am 23. Jan. 2006 in Bedford, Ohio, USA. In die Bemuehungen des angeschlagenen Autobauers Opel um Staatshilfe kommt Bewegung. Am Freitag 6. Maerz 2009 trifft sich Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster erneut mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. An dem Treffen nimmt auch Kanzleramtschef Thomas de Maiziere teil. Die Spitzen der Grossen Koalition bekundeten am Donnerstag erneut Hilfsbereitschaft, nannten aber zugleich das vorgelegte Sanierungskonzept unzureichend. Opel dementierte Berichte, wonach der Abbau von 7.600 Arbeitsplaetzen in Deutschland geplant ist. (AP Photo/Thomas Kienzle/Tony Dejak) ------ --** COMBO ** Opel logo at a Opel dealership in Stuttga

Nun ist es fix: General Motors hat Opel rechtlich abgespalten. Die Unternehmenswerte sind schuldenfrei überschrieben worden, das Treuhand-Modell ist abgesegnet. Damit steht dem Einstieg nichts mehr im Weg - doch die Interessenten wehren sich derweil gegen Kritik an ihren Übernahmekonzepten.

Schritt für Schritt lösen sich die größten Hindernisse auf dem Weg zu einem eigenständigen Autobauer Opel auf: Heute hat der US-Autokonzern General Motors hat sein Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Opel rechtlich abgespalten. Die Unternehmenswerte wie die europäischen Werke, die Patente und der Zugriff auf Technologien sei auf die deutsche Tochter Adam Opel GmbH schuldenfrei überschrieben worden, teilte das Unternehmen heute mit.

Der Aufsichtsrat der GmbH habe in einer außerordentlichen Sitzung zudem dem Treuhand-Modell der Bundesregierung zugestimmt. Damit akzeptiert der Aufsichtsrat für eine Übergangszeit ein übergeordnetes Gremium aus Vertretern der Regierung und dem Eigentümer GM.

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Mit dem juristischen Schritt ist Opel frei für einen neuen Investor und soll aus der möglichen GM-Insolenz in den USA herausgehalten werden (Details dazu hier). Die Bundesregierung hat gemeinsam mit den Ländern für heute Abend eine entscheidende Runde angesetzt, um den künftigen Investor festzulegen. Einem Zeitungsbericht zufolge haben die Berater der Bundesregierung ein vernichtendes Urteil über die Konzepte der Bieter gefällt. Sie empfehlen der Bundesregierung nach Informationen des Handelsblatts deshalb, keinesfalls bereits an diesem Mittwoch einen Bieter auszuwählen. Eine Vorfestlegung wäre eine Katastrophe, habe es in den Beraterkreisen geheißen.

Brückenfinanzierung so gut wie sicher, Sanierungskonzepte überzeugen nicht

Eine Brückenfinanzierung für den angeschlagenen Autobauer Opel könnte nach Aussage von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits heute beschlossen werden. Das sei „gut möglich“, so Steinbrück: „Es stehen drei Fragen an heute: Welchen Investor würden wir präferieren, wie sieht es aus mit dem Treuhandmodell, und daraus resultierend die Frage eines Überbrückungskredits in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro.“ Steinbrück fügte hinzu: „Wir sind ins Gelingen orientiert und nicht ins Scheitern.“ Mit der Brückenfinanzierung soll Opel im Falle der erwarteten GM-Insolvenz genügend Liquidität bekommen, um die Zeit bis zum Abschluss der Investorensuche zu überbrücken.

In Berlin geht es angesichts der drohenden Insolvenz von General Motors unter anderem um die Bewertung der Konzepte der drei Interessenten Fiat, Magna und Ripplewood. Bisher überzeugen die Angebote Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) noch nicht. Der Minister forderte Nachbesserungen, andernfalls sei auch eine Insolvenz von Opel möglich. Auch ein chinesischer Interessent habe sich gemeldet. Dabei handelt es sich nach Medienberichten um die Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC).

Vorentscheidung in Berlin

Der Autozulieferer Magna wehrt sich derweil gegen Vorwürfe, das Unternehmen wäre nach einem Zusammenschluss mit Opel überschuldet. Magna und der russische Partner Sberbank würden die angekündigten Investitionen über 700 Millionen Euro zwar nicht vollständig als Eigenkapital einbringen, sondern teilweise über eine Wandelanleihe, heißt es in einem vorliegenden Brief des Zulieferers an die Opel-Mutter GM. Damit sei jedoch kein höheres Insolvenzrisiko für das neue Unternehmen aus Opel und Magna verbunden.

Magna wolle mit der Wandelanleihe sicherstellen, dass die Investitionen des Unternehmens vorerst durch Vermögenswerte von Opel abgesichert seien. Denn das Investorenkonsortium aus Magna und Sberbank wolle nicht schlechter gestellt sein als die kreditgebenden Banken, deren Darlehen über staatliche Bürgschaften garantiert würden. Aus dem Umfeld von Magna hieß es: „Mit der Klarstellung will das Unternehmen möglichen interessengeleiteten Fehldarstellungen entgegentreten.“

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