Abwehr der ACS-Übernahme: Hochtief hegt eine letzte Hoffnung

KommentarAbwehr der ACS-Übernahme: Hochtief hegt eine letzte Hoffnung

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Grünes Licht für ACS: Die Mitarbeiter von Hochtief müssen sich auf eine Übernahme durch den spanischen Baukonzern einstellen.

von Harald Schumacher

Die BaFin hat ACS grünes Licht für eine Übernahme von Hochtief erteilt. Doch die Entscheidung hing am seidenen Faden, weil die Finanz- und Verschuldungssituation des Angreifers unsicher ist. Das hält bei Hochtief die Hoffnung aufrecht, dass der Angriff doch noch scheitert.

Der Kampf um Hochtief geht in die entscheidende Phase – zu Ende ist er aber noch nicht. Zwar herrscht heute Enttäuschung in der Hochtief-Zentrale in Essen. Von Freitag bis zum späten Montagabend gab es schließlich eine realistische Chance, dass die Finanzaufsichtsbehörde Bafin das Angebot des spanischen Baukonzerns an die Hochtief-Aktionäre ablehnen würde. Mit „Fifty-fifty“ gab ein Hochtief-Mitarbeiter, der zum engeren Kreis der Verteidigertruppe rund um Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter gehört, die Wahrscheinlichkeit einer Pro-Hochtief-Entscheidung durch die Bafin an. Nun kam es anders. Und gegen die Bafin-Entscheidung kann Hochtief keine juristischen Maßnahmen ergreifen, weil das Unternehmen nicht Verfahrensbeteiligter ist. Auch die Aktionäre von Hochtief und ACS haben deshalb kaum eine Handhabe, um die Bafin-Entscheidung anzugreifen.

Doch dass die Entscheidung der Bafin zugunsten ACS offensichtlich am seidenen Faden hing und die unsichere Finanz- und Verschuldungssituation des Angreifers bei der Bafin erhebliche Zweifel ausgelöst haben muss, hält im Hochtief-Lager die Hoffnung aufrecht. Die Interessenvertretung spanischer Kleinaktionäre könnte Erfolg haben mit dem Antrag, die von ACS beschlossene Kapitalerhöhung für ungültig zu erklären. Und eine Klage des Energiekonzerns Iberdrola vor dem Madrider Handelsgericht ist ebenfalls brisant: Iberdrola, das sich wie Hochtief gegen die unerwünschte Umarmung von ACS wehrt, wirft Perez vor, in der Bilanz 2009 die Wertverluste der Beteilgungen an Hochtief und Iberdrola nicht berücksichtig zu haben.

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"Karten werden jetzt neu gemischt"

Der Angreifer ACS kommt also auf schwachen Füßen daher, und das hat das Bafin-Procedere noch einmal sehr deutlich gemacht.

„Die Karten werden jetzt neu gemischt“, schätzt Oliver Maaß, auf Aktienrecht spezialisierter Jurist der internationalen Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds die Lage am Tag nach der Bafin-Entscheidung ein. Angesichts der Ausgangslage könne die schon länger diskutierte und sofort mögliche zehnprozentige Kapitalerhöhung Hochtief kurzfristig helfen. Sie würde den ACS-Anteil auf rund 27 Prozent drücken und die Schwierigkeit von ACS vergrößern, mit dem eigentlich schlechten Angebot tatsächlich genug Anteile einzusammeln, um so den Anteil an Hochtief auf mehr als 30 Prozent zu steigern. Maaß glaubt, dass das im Endeffekt aber nicht reicht, um ACS abzuwehren. Eine außerordentliche Hauptversammlung sei der logische zweite Schritt: Dort müsse eine weitere Kapitalerhöhung um mindestens noch einmal zehn Prozent beschlossen werden. Das geht nur, wenn die Altaktionäre mitspielen und zudem ein neuer gewichtiger Aktionär Hochtief hilft und die ACS-Offerte mit einem besseren Angebot toppt. Ein sogenannter weißer Ritter also, der bis jetzt nicht in Sicht ist. Unrealistisch?

Nein, glaubt Maaß: „Gerade weil alle anderen Optionen und auch die Hoffnung einer für ACS negativen Bafin-Entscheidung nicht gezogen haben, ist die Lage jetzt viel klarer als vorher: Wer an Hochtief interessiert ist, muss jetzt handeln, weil ACS sonst Hochtief fast sicher übernehmen kann.“

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