Abwehrkampf: Der Sinn der Trillerpfeifen bei Hochtief

KommentarAbwehrkampf: Der Sinn der Trillerpfeifen bei Hochtief

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Hochkochende Emotionen: Hochtief-Mitarbeiter bei außerordentlichen Betriebsversammlung.

von Harald Schumacher

Die zunehmende Emotionalisierung im Abwehrkampf von Hochtief gegen die Übernahme durch den spanischen Baukonzerns ACS ist kalkuliert und keineswegs sinnlos: Konzernspitze und Arbeitnehmervertreter des größten deutschen Baukonzerns wollen Hilfe aus Berlin erzwingen.

Die Kommentare klingen abgeklärt: Was sollen schon Trillerpfeifen gegen das unfreundliche, aber geschickte Übernahmeangebot des spanischen Baukonzerns ACS ausrichten? Wier sollen Lärmattacken gegen die spnaischen ACS-Mitglieder im Hochtief-Aufsichtsrat wie heute in Essen den ACS-Sonnenkönig  Florentino Perez daran hindern, sich langsam die Mehrheit am größten deutschen Baukonzern zusammen zu kaufen?

Doch hinter den emotionalen Aktionen in Essen steckt eine durchaus vernünftige Strategie. Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter hatte am Wochenende in der "Wirtschaftswoche" in ungewohnt drastischen Worten gegen den Übernahmeplan Position bezogen: "Es wäre schon grotesk, wenn Hochtief von einem spanischen Konzern übernommen würde, der seine Größe unter anderem EU-Steuermitteln – auch aus Deutschland – verdankt." Ein Wink mit dem Zaunpfahl, um Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Hochtief-Sache zu gewinnen - was der sonst nüchterne Westfale Lü dann auch ganz deutlich machte: "Wir gehen davon aus, dass Berlin ein Interesse daran hat, dass die deutsche Bauindustrie international wettbewerbsfähig bleibt." Die Trillerpfeifen der Mitarbeitervertreter  heute wollen dasselbe erreichen und wollen vor allem in Berlin gehört werden. 

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Dass Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle verkündet, Hochtief erhalte keine Unterstützung im Poker um die Übernahme, bedeutet noch lange nicht, dass der Appell aus Essen wirklich ungehört verhallt. Alles andere würde Brüderle als Verrat am liberalen Grundsatzkatalog angekreidet. Welche Strippen nun wirklich vom Berliner Kanzleramt Richtung Madrid gezogen werden, ist eine ganz andere Frage.

Aber eins macht die Berlin-Strategie der Hochtief-Tapferen auch klar: Wer so deutlich auf Schützenhilfe setzt, hat selber vermutlich kein wirklich scharfes Schwert in der Hand.

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