Abwehrkampf gegen ACS: Hochtief hat viele Ideen - aber keine, die zündet

Abwehrkampf gegen ACS: Hochtief hat viele Ideen - aber keine, die zündet

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Baustelle von Hochtief: Der Baukonzern findet kein Patentrezept gegen die feindliche Übernahme

Nach drei Wochen Abwehrkampf gegen den Übernahmeversuch durch den spanischen Großaktionär ACS ist für Hochtief keine Rettung in Sicht. Mit dem massiven Widerstand aus Deutschland hatte ACS allerdings nicht gerechnet.

"Nein", sagt die Frankfurter Kommunikationsberaterin des spanischen Baukonzerns ACS, der vor drei Wochen verkündete, den führenden deutschen Baukonzern Hochtief übernehmen zu wollen, "mit so massivem Gegenwind haben wir nicht gerechnet."Wenn Herbert Lütkestratkötter etwas auf der Habenseite verbuchen kann im inzwischen dreiwöchigen Abwehrkampf gegen den Übernahmeversuch durch den spanischen Großaktionär, dann die öffentliche Stimmung. Die Sympathie der Medien gilt überwiegend Hochtief, ACS und ACS-Boss Florentino Perez schlägt Skepsis auf breiter Linie entgegen. Selbst sachkundige und ordnungspolitisch unverdächtige Beobachter wie der Wirtschaftswissenschaftler Juergen B. Donges wollen zwar keine politische Intervention aus Berlin gegen die Übernahme - das Herz des Spanien eng verbundenen Donges schlägt aber für den Essener Konzern: "In der Übernahmefrage halte ich bei der jetzigen Informationslage zu Hochtief - eben weil ich nicht sehe, was ACS wirklich will." Perez könne "keiner wirklich einschätzen". (mehr dazu im wiwo.de-Exklusivinterview mit Donges)

Gegenmaßnahmen überzeugen nicht

Doch die Gegenmaßnahmen, auf die Hochtief bisher setzt, wirken bisher nicht überzeugend. Die Frage, ob ACS wirklich für die australische Hochtief-Tochter Leighton ein gesondertes Angebot vorlegen muss, das den Übernahmeplan enorm verteuern würde - vermutlich nur ein Strohhalm, an den die Essener sich klammern. Der Gedanke, ein Fehler im Angebot an die Hochtief-Aktionäre, das ACS kommende Woche bei der Finanzaufsichtsbehörde Bafin einreichen wird, könnte den ganzen Prozess stoppen - unwahrscheinlich, weil ACS ja die Chance zu Nachbesserungen hätte.

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Die Kritik an Perez Vorgehen, Hochtief jahrelang einzulullen und dann doch schlucken zu wollen - stimmt alles, aber es hilft nicht gegen die Strategie des Spaniers. Eine mögliche Kapitalerhöhung um zehn Prozent, die Hochtief für ACS teuerer machen und den Anteil von fast 30 auf 27 Prozent drücken würde - sie ist erstmal kein Thema in Essen, weil man ja auch andere Aktionäre treffen würde. Und deren Front beginnt bereits zu bröckeln. So hat sich Hochtief-Aktionär Centaurus Capital gerade auf die Seite von Perez geschlagen. Ein Manager des britischen Hedge-Fonds begrüßt "das Vorgehen von ACS, denn Hochtief ist wertvoller, als es die Marktkapitalisierung zeigt“.

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