Abwrackprämie: Deutsche kaufen mehr Autos - aber wie lange noch?

Abwrackprämie: Deutsche kaufen mehr Autos - aber wie lange noch?

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Viele Deutsche lassen ihr altes Auto verschrotten, um die Abwrackprämie zu kassieren.

Die Abwrackprämie zeigt ihre Wirkung: Die Deutschen haben im Februar deutlich mehr Autos gekauft, während in fast allen anderen Ländern Europas der Autoabsatz weiter eingebrochen ist. Nun gibt es Streit, ob die Staatshilfe verlängert werden sollte.

Der Autoabsatz in Deutschland ist im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 21 Prozent auf etwa 278.000 Stück angestiegen.

In Europa insgesamt befindet sich die Autoindustrie hingegen weiter auf Talfahrt. Die Pkw-Neuzulassungen sanken im Februar um über 18 Prozent, wie der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) heute in Brüssel mitteilte. 968.200 neue Wagen wurden in den Verkehr gebracht.

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Immerhin verlangsamte sich der Rückgang beim europäischen Autoabsatz etwas. Im Januar war der Absatz noch um 27 Prozent gesunken. Ursache für die etwas bessere Lage sind die zahlreichen Konjunkturpakete in ganz Europa. Um die Auswirkungen der aktuellen Absatzschwäche zu begrenzen, gewähren laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA)  mittlerweile zwölf EU-Staaten Verschrottungsprämien oder Finanzhilfen für die Automobilindustrie. In sieben weiteren Ländern werden entsprechende Maßnahmen diskutiert, teilte der VDA mit. In Deutschland erhalten Autokäufer für die Verschrottung ihres mindestens neun Jahre alten Autos 2500 Euro.

VW profitiert am meisten von der Abwrackprämie

Trotz der staatlichen Stützungsmaßnahmen verzeichneten neben Deutschland nur Polen und Luxemburg steigende Verkaufszahlen. In Frankreich, wo es eine Verschrottungsprämie von 1000 Euro gibt, fiel der Absatz um 13 Prozent. Noch prekärer ist die Lage in den Volumenmärkten Großbritannien (-21 Prozent), Italien (-24 Prozent) sowie Spanien (-49 Prozent).

Die Krise trifft vor allem die deutschen Premiumhersteller. Daimler verzeichnete in Europa die größten Einbußen. Der Absatz sank um fast 30 Prozent auf 42.600 Autos. Beim Wettbewerber BMW gingen die Verkäufe mit minus 29 Prozent auf 40.900 Wagen fast ebenso stark zurück. Besser schlug sich Europas größter Autobauer Volkswagen mit einem konzernweiten Minus von über zehn Prozent auf 210.300 Fahrzeuge. Der um Staatshilfen bemühte Autobauer Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall lag mit rund 22 Prozent im Minus bei 70.600 Einheiten.

Umweltschützer kritisieren die Autoindustrie scharf

Wie das Magazin „auto motor und sport“  berichtet, kann Volkswagen bislang am stärksten von der Abwrackprämie profitieren. So habe VW bis Anfang März rund 90.000 Kaufverträge aufgrund der Prämie abgeschlossen. Danach folgten die VW-Tochter Skoda mit 49.000 Verträgen, Opel mit 40.000 Verträgen sowie Fiat und Renault mit jeweils 30.000 Verträgen. Der Autobauer Ford meldete, dank Abwrackprämie habe er seinen Absatz im Februar deutlich steigern können. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legte Ford in Deutschland vor allem durch den Verkauf seiner Kleinwagen um knapp 44 Prozent zu.

Zwischen Wirtschafts- und Umweltverbänden ist nun ein scharfer Streit über eine mögliche Verlängerung der Abwrackprämie ausgebrochen. „Jeder, der in diesem Jahr sein altes Fahrzeug verschrottet und ein neues erwirbt, muss eine sichere Anwartschaft auf die Umweltprämie erhalten“, forderte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann.

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