Ackermann-Nachfolge: Börsig macht Tempo

Ackermann-Nachfolge: Börsig macht Tempo

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Axel Weber, ehemaliger Präsident der Bundesbank

Im Ringen um die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verdichten sich die Anzeichen für eine baldige Entscheidung. Nach Medienberichten soll am Sonntag eine Vorentscheidung fallen.

Aufsichtsratschef Clemens Börsig wolle bei einem Treffen des dreiköpfigen Nominierungsausschusses des Kontrollgremiums sein Personalpaket durchsetzen: Ein Doppelspitze aus dem Investmentbanker Anshu Jain und einem weiteren Vorstand der Deutschen Bank. Die Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstag) berichtete aus Aufsichtsratskreisen, Börsig favorisiere ein Duo aus dem Chef- Investmentbanker Jain und Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. Die Entscheidung sei „keine Frage von Wochen mehr“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied.

Dem Nominierungsausschuss gehören außer Börsig der als Börsig- Intimus geltende Tilman Todenhöfer (Bosch) und der frühere Bayer-Chef und heutige Eon-Aufsichtsratsvorsitzende Werner Wenning an. Die Deutsche Bank wollte die Berichte nicht kommentieren. Ein Sprecher bekräftigte lediglich, die Suche nach einem Nachfolger für Ackermann sei Aufgabe des Aufsichtsrates. Der Schweizer gibt den Posten nach bisheriger Planung spätestens zur Hauptversammlung 2013 ab.

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Turbulente Nachfolge-Debatte

Sein Favorit für den Chefsessel bei der größten deutschen Bank, war Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber. Der hat alles richtig gemacht und doch verbrannte Erde hinterlassen. Als künftiger Verwaltungsratspräsident der Schweizer UBS wird er üppig verdienen, die Geschicke einer Großbank leiten, ohne sich allzu tief mit Details des Geschäfts abzugeben und sich nicht für Interessenkonflikte rechtfertigen müssen, die sich aus seinem früheren Job als Chef der Bundesbank ergeben.

Die Deutsche Bank jedoch hat Webers Wegzug in Turbulenzen gestürzt. Denn deren Chef Josef Ackermanns hatte sich für ihn als seinen Nachfolger ins Zeug gelegt. In Bankkreisen gilt es als sicher, dass stattdessen nun interne Kandidaten zum Zuge kommen. Die Deutsche Bank emanzipiert sich damit ein ganzes Stück von ihrem mächtigen Vorstandsvorsitzenden.

Börsig ist der Buhmann

Für Ackermann ist Webers Absage eine herbe Niederlage. Entsprechend angefressen zeigt sich sein Umfeld. Für ihm nahe stehende Manager hat allein der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig den Coup verbockt. Der „Professor", wie er in der Bank abschätzig genannt wird, habe die Gespräche verkompliziert, besserwisserische Vorträge gehalten und den Ex-Notenbanker vergrault. Weber, so heißt es, habe mit offenen Karten gespielt und auf Eile gedrängt. Dazu sei Börsig nicht bereit gewesen. Für das Ackermann-Lager ist die Folge des Fehlschlags klar: Börsig, mit dem der Vorstandsvorsitzende seit Jahren über Kreuz liegt, soll endlich zurücktreten.

Mildes Urteil

Große Trauer würde das nicht auslösen: Börsig ist in der Bank unbeliebt und auch im Kontrollgremium umstritten. Allerdings fällt das Urteil über seine Bemühungen um Weber milde aus. Dessen Wahl wäre zwar vermutlich möglich gewesen. Dass Börsig jedoch Bedenken hatte, können andere Aufsichtsräte nachvollziehen. Sein Rückzug gilt als unwahrscheinlich.

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