Adidas-Chef Hainer: "Die mit Abstand größte Fußballmarke der Welt"

Adidas-Chef Hainer: "Die mit Abstand größte Fußballmarke der Welt"

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Herbert Hainer

von Peter Steinkirchner

Adidas-Chef Herbert Hainer über seine Probleme mit Reebok, Sportschuhe für einen Dollar und die Fußball-WM in Südafrika.

WirtschaftsWoche: Herr Hainer, knapp drei Monate vor der Fußball-WM hat sich Adidas-Star David Beckham die Achillessehne gerissen und muss die WM abhaken. Rechnen Sie mit seinem Comeback?

Hainer: Es ist noch zu früh, das zu sagen, aber wie ich ihn kenne, wird er seine Karriere nicht mit einer Verletzung beenden wollen. So hört ein Beckham nicht auf.

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Wer wird denn der Star der WM?

Das wird mit Sicherheit auch ein Adidas-Werbepartner sein: der Argentinier Lionel Messi – auch wenn er in Länderspielen bisher noch nicht so viel gezeigt hat wie beim FC Barcelona. Messi ist ein Fußball-Genie, einen wie ihn gibt es derzeit nicht noch einmal auf der Welt.

Auf sportliche Tricks versteht sich auch Adidas – es war raffiniert, wie Sie die Geschäftsbereiche so umgebaut haben, dass die Adidas-Gruppe nicht mehr Umsatz und Ertrag der einzelnen Marken mitteilt, sondern nach Groß- und Einzelhandel sowie vier weiteren Bereichen berichtet. Dient das nicht vor allem dazu, die Entwicklung Ihres Sorgenkindes Reebok zu kaschieren?

Nein, mit dieser Umstellung hat es eine einfache Bewandtnis: Die beiden wichtigsten Marken Adidas und Reebok teilen sich alle Funktionen bis auf Marketing und Vertrieb. Nun kann ich nicht die Kosten etwa für einen Buchhalter, der in Deutschland für beide Marken arbeitet, zu 70 Prozent von Adidas und zu 30 von Reebok bezahlen lassen. Es wäre absurd, das auseinanderzudividieren. Außerdem gibt es bei Reebok nichts zu kaschieren – es geht endlich voran.

Der Reebok-Umsatz ist 2009 erneut um acht Prozent gefallen. Das hat dazu beigetragen, dass der Umsatz der Adidas-Gruppe 2009 um sechs Prozent auf 10,3 Milliarden Euro gesunken ist. Mittlerweile hat es Tradition, dass Sie von der Wende erzählen, die dann nicht kommt...

Vielleicht habe ich in der Vergangenheit den Fehler gemacht, zu früh von der Wende bei Reebok zu sprechen. Das lag aber daran, dass ich weit vor Ihnen die neuen Produkte zu sehen bekommen habe und dadurch stets mehrere Monate Vorsprung hatte. Womöglich habe ich da zu offensiv kommuniziert.

Jetzt versprechen Sie, zum ersten Mal seit der Übernahme werde Reebok wieder wachsen. Liegt das nicht schlicht daran, dass Reebok zuvor stark geschrumpft ist?

Der Reebok-Umsatz ist seit der Übernahme 2006 gesunken. Aber der wesentliche Unterschied ist, dass Reebok heute völlig anders dasteht: Die Kollektionen sind erneuert, wir haben keine 29,90-Dollar-Schuhe mehr in Billigkaufhäusern, die Positionierung der Marke ist umgestellt, und zusammen mit der Werbeagentur DDB sind wir dabei, Reebok ein neues, frisches Gesicht zu geben. Deshalb werden wir mit Reebok wachsen: in den USA, dem mit Abstand größten Markt für Sportartikel, sogar zweistellig.

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