Adidas: Hoffnung für die zweite Halbzeit

KommentarAdidas: Hoffnung für die zweite Halbzeit

Bild vergrößern

Hainer, 54, bayrischer Metzgerssohn und studierter Betriebswirt, startete seine Managerkarriere bei dem US-Markenartikler Procter & Gamble („Pampers“). Seit 1987 ist er bei Adidas, arbeitete dort zunächst als Verkaufsmanager. 2001 wurde er Vorstandschef. Sein größter Coup war die Übernahme des US-Konkurrenten Reebok. Hainer ist zudem stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München.

Nicht gut, aber besser als befürchtet: Der Umsatz des Sportartikelriesen Adidas ist im ersten Halbjahr geschrumpft. Doch wider Erwarten schreibt der Konzern schwarze Zahlen - und verteilt die Zuständigkeiten im Vorstand neu. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Peter Steinkirchner.

Wenn Herbert Hainer dieser Tage das Bedürfnis nach einer guten Nachricht hat, kann er sich die Zahlen der Adidas-Tochter in Lateinamerika anschauen – dort ist der Drei-Streifen-Konzern im ersten Halbjahr währungsbereinigt, also in den jeweiligen Landeswährungen, um satte 24 Prozent gewachsen. Schade nur, dass Argentinien, Brasilien und Co. erst einen so geringen Teil vom gesamten Adidas-Umsatz ausmachen – die 443 Millionen Euro, die der Konzern hier umsetzt, ändern nur wenig daran, dass das Unternehmen aus Herzogenaurach im ersten Halbjahr 2009 währungsbereinigt sieben Prozent seines Umsatzes verlor, der nun fünf Milliarden Euro beträgt.

Die drei wesentlichen Gründe dafür sind bekannt, sie haben sich seit dem ersten Quartal nicht verändert und gelten in toto wohl für jedes andere Konsumgüterunternehmen: Krise, Krise und Krise.

Anzeige

Leichtathletik und Bundesliag sind die Hoffnungsträger

Dabei hat sich Adidas noch recht passabel geschlagen – Analysten hatten für die bis 2008 noch erfolgsverwöhnten Franken sogar mit einem Verlust gerechnet. Stattdessen schreibt Adidas einen, wenn auch zarten, Gewinn von 13 Millionen Euro (im Vorjahr, zum Vergleich, lag der noch bei 286 Millionen Euro). Positiv ist sicher auch, dass die Kosten, die Adidas für Personaleinsparungen und interne Umbauten aufwendet, am Ende wohl unter den zunächst veranschlagten 100 Millionen Euro liegen werden – nach 26 Millionen Euro im ersten, schlugen dafür im zweiten Quartal nur noch fünf Millionen Euro zu Buche.

Die Hoffnungen von Vorstandschef Hainer liegen nun vor allem auf dem zweiten Halbjahr. In wenigen Tagen beginnt die Leichtathletik-WM in Berlin - und auch wenn das sicher nicht dazu führt, dass angefixte Hobby-Sportler nach dem 100-Meter-Finale vom Fernsehsessel aufspringen und die Sportläden stürmen, dürfte das größte Sportereignis des Jahres immerhin für gute Stimmung sorgen und vielleicht zumindest zeitweise von der Krise ablenken. Gleiches gilt für den Start der Fußballbundesliga am kommenden Wochenende – dann dürften auch die Verkäufe von Fan-Trikots deutlich steigen. Bis das auch für die Leibchen der Nationalteams gilt, die 2010 in Südafrika um den WM-Titel kicken, dürfte es allerdings noch etwas dauern, dazu ist es noch zu lange hin bis zum Anstoß. Die Präsentation von Trikots und Spielball allein, die Ende des Jahres ansteht, wird die Fans sicher nicht gleich an die Kassen treiben.

Logisch indes ist auch der Schritt, innerhalb des Adidas-Vorstands die Zuständigkeiten neu zu sortieren – Hainer, alter Vertriebsexperte, kümmert sich nun zusätzlich um den seit einigen Wochen neu organisierten weltweiten Verkauf der Sportartikel im Handel und in eigenen Shops. Und sein engster Vorstandskollege Erich Stamminger, bisher eigentlich als Chef der immer breiter aufgestellten Marke Adidas gut ausgelastet, nimmt zusätzlich das Sorgenkind Reebok unter seine Fittiche. Bislang berichtete Reebok-Chef Uli Becker direkt an Hainer, nun soll Stamminger noch stärker dafür sorgen, dass die beiden mit Abstand wichtigsten Marken des Konzerns aufeinander abgestimmt werden – und Reebok endlich auch in der Bilanz sichtbar die Kurve kriegt.

Das alles wird zwar nichts daran ändern, dass der Adidas-Umsatz 2009 schrumpft. Aber Hoffnungen für ein erfolgreicheres Jahr 2010 bekommen neue Nahrung.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%