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Afghanistan: Bundeswehr-Dienstleister Ecolog wegen sicherheitsrelevanter Fehler in der Kritik

von Harald Schumacher

Der umstrittene Bundeswehr-Dienstleister Ecolog gerät wegen zum Teil sicherheitsrelevanter Fehler in Afghanistan in der Kritik. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigt gemeinsame Recherchen von WirtschaftsWoche und "Frankfurter Rundschau", wonach es 2006 und 2007 gravierende Probleme mit Ecolog-Dienstleistungen gab.

So verloren von Ecolog mit ungeeigneten Waschmitteln behandelte Kampfanzüge ihre Tarnwirkung. Die Textilien waren dadurch mit Nachtsichtgeräten zu gut sichtbar. Ursache war, bestätigt das Bundesverteidigungsministerium, dass die Kleidungsstücke „von der Fa. Ecolog mit Waschmitteln gereinigt wurden, die optische Aufheller und Oxidantien“ enthielten. Nach mehreren Waschvorgängen, so das Ministerium, „konzentrieren sich diese Substanzen an der Oberfläche des Gewebes und führen letztlich zu einer Beeinträchtigung der Tarnwirksamkeit im ultra-violetten Spektrum (UV-Spektrum)“. Insofern erhöhte sich dadurch zeitweise das Risiko deutscher Soldaten in Afghanistan.

Probleme gab es auch mit dem Diesel, den Ecolog der Bundeswehr lieferte. Der Treibstoff flockte im Winter 2006/07 schon bei leichterem Frost aus und drohte Filter von Fahrzeugen und Heizkanonen zu verstopfen. Das Verteidigungsministerium bestätigt, „unabhängig vom Lieferanten habe der Kraftstoff häufig nicht die geforderte Kältefestigkeit zur Gewährleistung eines störungsfreien Betriebs“. Im Fall der Standorte Mazar-e-Sharif und Kunduz war dafür Ecolog verantwortlich. Mit ausflockendem Diesel im Tank hätte eine Patrouille in Afghanistan auf offener Strecke liegen bleiben können.

Weiter im Geschäft

Thomas Wachowitz, Vorstand bei der Ecolog AG in Düsseldorf, sieht die Pannen als „Leistungsstörungen – das Vorkommen von Leistungsstörungen an sich ist nichts Ungewöhnliches“. Das Verteidigungsministerium betont, dass die „in den früheren Jahren aufgetretenen Unregelmäßigkeiten erkannt und abgestellt worden“ sind.

Ecolog blieb trotz Pannen stets im Geschäft. So kündigte die Bundeswehr im August 2007 die Abwasserentsorgungs-Verträge und schrieb sie neu aus. „Bei dieser Ausschreibung erhielt erneut Ecolog den Zuschlag“, teilt die Bundeswehr mit. Auch bei Toilettenwartung, Diesellieferung und Entsorgung von Speiseabfällen vertraut die Bundeswehr weiter auf Ecolog. Ebenso bei der Textilreinigung - seit 2009 schreibt das Verteidigungsministerium aber „die Verwendung eines bestimmten Markenwaschmittels“ vor.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.03.2010, 10:46 UhrAnonymer Benutzer: Cicero

    @Hanna Ruth: Wenn Sie den Artikel zu Ende gelesen hätten, würden Sie sehen, dass das auch drinsteht! Ja, die bundeswehr schreibt das Waschmittel vor - aber erst seit 2009, nachdem die ganzen Pannen bei Ecolog aufgeflogen sind! Also lassen Sie mal die Häme.

  • 07.03.2010, 14:27 UhrAnonymer Benutzer: Hanna Ruth

    Wenn man liest, wie manche Leute im Netz reagieren, auf ihren Artikel, dann muss man wirklich schon von einer geplanten und konzentrierten Aktion ihrerseits gegenüber diesem Unternehmen ausgehen. ich habe mir den Spass gemacht und einfach mal angerufen bei der bundeswehr. und siehe da: es stimmt! Das Waschmittel wird vorgegeben! Von der bundeswehr !! Was nun liebe WiWo ?? Peinlich ......

  • 07.03.2010, 14:22 UhrAnonymer Benutzer: Bernd Klausen

    Es ist doch sehr verwunderlich, wie ein Wirtschaftsmagazin wie ihres eine solch nichtssagende und vollkommen sinnfreie Geschichte platzieren kann. Falsches Waschmittel in Afghanistan?? ich bitte Sie!! ich glaube nicht, daß irgend jemand bewusst das falsche Persil kauft, um unseren Soldaten zu schaden. ich glaube aber schon, daß Sie bewusst so unnötige Artikel verfassen. Wem soll hier wohl geschadet werden? Nun ja, die Zeit wird es zeigen. Ein enttäuschter langjähriger WiWo - Leser. Mfg

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