Afghanistan: "Ich kann hier etwas bewegen"

Afghanistan: "Ich kann hier etwas bewegen"

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Daniela Link (Mitte) trägt ein Kopftuch - damit sie in Kabul weniger auffällt

Daniela Link arbeitet als Entwicklungshelferin in Afghanistan. Die Deutsche gestaltet vor Ort Kampagnen und Seminare, um die Menschenrechte zu stärken und Konflikten vorzubeugen.

Sie hatte Angebote für Nicaragua und die Elfenbeinküste. Aber Daniela Link zog es nach Afghanistan. „Das Land und die Kultur haben mich einfach mehr begeistert“, sagt die 29- jährige Bonnerin. Seit einem Jahr arbeitet sie als Entwicklungshelferin für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) in der Hauptstadt Kabul. Sie gestaltet Kampagnen und Seminare, um Menschenrechte zu stärken und Konflikten vorzubeugen. „Klar habe ich auch Zweifel wegen der Sicherheitslage gehabt“, sagt Daniela. „Aber bisher habe ich mich nie persönlich angegriffen gefühlt.“

Eine Gewalttat hat sie selbst unmittelbar noch nicht erlebt. Doch die Lage ist gefährlich, wie Anschläge und Entführungen in der Vergangenheit zeigten. Statt spätabends auf die Straße zu gehen, trifft sich Link mit Kollegen und Freunden zu Hause oder geht schon mittags aus. Nach 23 Uhr bleibt sie in ihrer Wohnung. „Man gewöhnt sich daran, auf bestimmte Dinge zu achten.“ Um in dem islamisch geprägten Land weniger aufzufallen, trägt sie ein lockeres Kopftuch. Ein Fahrer vom DED bringt sie zur Arbeit und erledigt mit ihr die Einkäufe. „Ich wurde super aufgenommen. Die Afghanen legen sehr viel Wert darauf, dass es jemandem gefällt“, beschreibt die studierte Politologin die Gastfreundschaft.

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Bei Geburtstagsfeiern komme man sich näher. „Zu einem riesigen Buffet und einheimischer Musik werden oft Geschichten erzählt. Poesie hat einen großen Stellenwert in Afghanistan.“ Neben den 80 Mitarbeitern des DED sind weitere staatliche Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) oder die KfW Entwicklungsbank in Afghanistan aktiv. Dazu kommen etwa 15 private Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe. Sie setzen Energie- und Wasserversorgung wieder instand, beraten Ausbildungszentren oder fördern die lokale Wirtschaft.

Für DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm ist der Einsatz von DED-Helfern in Afghanistan trotz der schwierigen Sicherheitslage nach wie vor vertretbar und sehr wichtig. Die Situation werde in Abstimmung mit Botschaft und Bundeswehr regelmäßig überprüft. „Der zivile Aufbau wird letztlich entscheidend dafür sein, ob sich in Afghanistan eine stabile innenpolitische Situation entwickeln kann“, sagt Wilhelm.

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