Afrika: Südafrika ist Messeplatz des Kontinents

Afrika: Südafrika ist Messeplatz des Kontinents

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Kunstmesse in Johannesburg: Südafrika ist wegen seiner Infrastruktur uns Wirtschaftskraft das führende Messeland Afrikas

Lange war Südafrika ein unterschätzter Messeplatz. Jetzt engagiert sich die Messe Frankfurt in dem Land am Kap der guten Hoffnung.

Es riecht nach nassem Beton und Diesel. Der Lärm von Lautsprecheransagen und Baumaschinen mischt sich mit dem Warnpiepen rangierender Großfahrzeuge. Noch ist die Calabash, wie die Südafrikaner ihr Stadion für die Fußballweltmeisterschaft 2010 nennen, eine Baustelle, flankiert von Ladenbaracken und improvisierten Schnellimbissen für die Arbeiter. Die Arena wird die Form einer Kalebasse haben, einem Gefäß aus der Hülle eines Flaschenkürbis. Wie im Niemandsland liegt der halbfertige Bau zwischen Bergbauanlagen, Autobahnen und ungenutztem Grasland. Doch bald soll das Stadion Kern eines blühenden Quartiers im Süden von Johannesburg sein mit Büros und Hotels, einer Einkaufsmeile und Wohnungen für 6000 Menschen.

„Etwas besseres als der Bau der neuen Fußballstadt konnte uns nicht passieren“, sagt Hannes Venter, General Manager des Johannesburger Messegeländes Expo Centres. Sein Büro liegt nur rund 500 Meter von dem neuen Stadion und der Baustelle für einen neuen Bahnhof entfernt. Auch auf dem Messegelände wird gewerkelt: Das Expo Centre soll die TV-Studios während der Fußball-WM beherbergen. Das Land am Kap rüstet sich für die Weltmeisterschaft und nimmt die Gelegenheit wahr, sich als das Messeland Afrikas zu präsentieren. „Südafrika als eines der wirtschaftlich stärksten Länder Afrikas bietet für Messen die besten Voraussetzungen auf dem Kontinent. Das gilt für Infrastruktur und Marktpotenzial“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

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Daran ändert auch die Finanzkrise nicht viel. In Südafrika lag das Wachstum den vergangenen Jahren meist bei vier bis fünf Prozent. 2009 erwarten die Südafrikaner immerhin noch zwei Prozent Plus. Auch die hohe Kriminalität oder die Instabilität im Nachbarland Simbabwe schrecken Investoren und Aussteller nicht ab. „Man muss halt gefährliche Orte meiden“, sagt der Niederlassungsleiter eines deutschen Automobilzulieferers. Und Simbabwe? „Furchtbar, aber bis zur Grenze sind es von Johannesburg nur 600 Kilometer.“

Südafrika ist ein Muss für Aussteller und Messemacher in Afrika

Die landestypischen Risiken, so ist in den Countryclubs oder den Cafés im Johannesburger Geschäftsbezirk Sandton zu hören, würden mehr als wettgemacht durch den attraktiven Markt, die Rechtssicherheit und das hoch entwickelte Finanzsystem. Dazu kommen die Vorteile des südafrikanischen Alltags: fast das ganz Jahr Sonne, Nationalparks mit Löwen und Elefanten, ein moderates Preisniveau und das Schwimmbecken vor dem Bungalow als Standard selbst für die untere Mittelklasse.

Aber auch ohne Löwen und Pool wäre Südafrika ein Muss für Aussteller und Messemacher, die auf den afrikanischen Markt wollen: In anderen Ländern fehlen Hallen und Messegelände. Mit 187 000 Quadratmetern Hallenfläche stellt Südafrika fast zwei Drittel der Messekapazitäten Afrikas bereit. Messegelände wie das Expo Centre und das Sandton Con-vention Centre in Johannesburg oder das International Convention Centre in Kapstadt brauchen den Vergleich mit europäischen Plätzen nicht zu scheuen. Im übrigen Afrika werden die Messehallen häufig durch Zelte ergänzt oder stehen Stände unter freiem Himmel.

Entsprechend legt das Messegeschäft in Südafrika jährlich zwischen 7,5 Prozent und 10 Prozent zu. Die deutsche Messebranche wuchs seit dem Jahr 2000 im Durchschnitt jährlich nur um 0,75 Prozent. Dennoch entdecken deutschen Messemacher erst jetzt das Land am Kap. Lange haben sie abgewartet, wie sich das Land nach dem Ende der Apartheid entwickelt. Eine Ausnahme machten die Imag, eine Tochter der Messe München, die sich an der Auto Africa engagierte, und die Messe Stuttgart, die mit einem regionalen Partner die Wein- und Obstbaumesse Intervitis InterfructaSouthern Africa veranstaltet.

Im März startet nun die Messe Frankfurt zusammen mit dem südafrikanischen Partner Dogan Trading erstmalig einen Ableger der Automechanika. Die Schau für Werkstatt-, Tankstellen- und Garagentechnik gehört mit 13 Veranstaltungen von Tokio bis Buenos Aires zu den größten Messemarken weltweit. In Südafrika fangen die Frankfurter bescheiden an: 25.000 Quadratmeter sind für die erste Schau verplant.

Messen sind am Kap in der Regel deutlich kleiner als deutsche Veranstaltungen und belegen selten mehr als 10.000 Quadratmeter. Deshalb kam für die Frankfurter auch nur das Expo Centre in Johannesburg infrage, mit 42.000 Quadratmetern das größte Messegelände in Südafrika. Von Textil und Kosmetik bis zu Sicherheit und Logistik – Messemacher Braun, bei den Frankfurtern zuständig für die Automechanika, sieht noch viele Themen für neue Schauen in Südafrika: „Die Automechanika ist für uns ein Türöffner, wir denken über weitere Projekte nach.“

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