Afrika: Versandhändler Otto: Entwicklungshilfe nur gegen Auflagen

Afrika: Versandhändler Otto: Entwicklungshilfe nur gegen Auflagen

von Peter Steinkirchner

Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat der Unternehmer Michael Otto scharfe Kritik an Empfängerländern von Entwicklungshilfe geübt.

Otto, Aufsichtsratsvorsitzender des Hamburger Versandhandelsriesen Otto Group, sagte, es könne „nicht angehen, dass in Ländern, die über große Bodenschätze verfügen, die Menschen dennoch in größter Armut leben.“ Um daran etwas zu ändern, seien auch die Geberländer wie Deutschland gefordert, Entwicklungshilfegelder stärker als bislang an verbindliche Auflagen zu knüpfen.

So sollten Empfängerstaaten dazu verpflichtet werden, von dem Geld, das etwa mit Bodenschätzen erwirtschaftet werde, Beträge in Infrastruktur, Ausbildung und das Gesundheitswesen zu investieren. Otto, der sich seit Jahren für Umweltschutz und Nachhaltigkeit engagiert, sagte: „ Es kann nicht sein, dass sich einige Reiche das Geld aus dem Verkauf von Rohstoffen in die Tasche stecken und um die arme Bevölkerung kümmern sich Europas Steuerzahler.“

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Einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika leistet Otto mit Hilfe seiner 2005 gegründeten Stiftung Aid by Trade und das Projekt Cotton Made in Africa, das derzeit 140.000 Baumwoll-Bauern in drei afrikanischen Ländern mit Schulungen fördert. Das Projekt wird auch von der Stiftung des Software-Milliardär Bill Gates mit 24 Millionen Dollar unterstützt. Otto kündigte an, dass in diesem Jahr mit Elfenbeinküste und Malawi weitere Länder in das Programm aufgenommen und damit 200.000 Farmer erreicht werden. Zu den Abnehmern der Cotton Made in Africa-Baumwolle gehören neben Unternehmen der Otto-Gruppe auch Tchibo, die Rewe Group und das Sportartikelunternehmen Puma. In diesem Jahr, so Otto, würden 13 Millionen Textilien wie T-Shirts und Bettwäsche aus Cotton Made in Africa hergestellt.

Otto kündigte Otto zudem an, dass es noch in diesem Jahr zu einer Entscheidung über eine enge Zusammenarbeit zwischen Cotton Made in Africa und der Initiative Better Cotton kommen werde. Better Cotton wird unter anderem getragen von Konsumgüterherstellern wie Adidas, H&M und Ikea, hinkt allerdings Ottos Projekt deutlich hinterher. Otto sagte: „Aus meiner Sicht würde ein Zusammenschluss sehr viel Sinn ergeben und käme vor allem den Farmern zugute: Wenn sie ihren Ertrag steigern, brauchen wir auch mehr Abnehmer.“

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