Afrika: Wie südafrikanische Unternehmen weltweit expandieren

Afrika: Wie südafrikanische Unternehmen weltweit expandieren

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Die Zentrale des südafrikanischen Monilfunkanbieters MTN.

Von südafrikanischen Bergbaukonzernen hat in Europa fast jeder schon einmal gehört. Doch viele andere Unternehmen sind unbekannt - und sie expandieren weltweit.

Von südafrikanischen Bergbaukonzernen hat in Europa fast jeder schon einmal gehört. Kaum jemand kennt dagegen das Dienstleistungskonglomerat Bidvest. Der Konzern gehört unter anderem als Groß-Caterer zu den Profiteuren der Weltmeisterschaft. Der Umgang mit Ausländern ist für die Bidvest-Manager sowieso schon lange selbstverständlich. Bidvest-Töchter sind in Südafrika in der Nahrungsmittelbranche wie in der Gastronomie aktiv, aber auch im Frachtgeschäft und beim Bürobedarf. Und mit all dem expandiert der Konzern beinahe weltweit. Ostasien mit dem Schwerpunkt Singapur ist seit Langem im Visier der Afrikaner, aber auch in Polen und der Slowakei hat eine Bidvest-Tochter Erfolge in der Systemgastronomie.

Noch mehr im Ausland unterwegs ist SAB Miller, der weltweit zweitgrößte Braukonzern, der inzwischen in London residiert. Doch trotz der weltweiten Expansion in den 16 Jahren seit dem Ende der Apartheid hat das einst auf Südafrika beschränkte Unternehmen seine Wurzeln nicht gekappt. Der Weltkonzern mit den vielen Marken erwirtschaftet heute rund 85 Prozent seines Gewinns in Schwellenländern – und zahlt in Südafrika mehr Steuern an den Staat als die gesamte Goldindustrie des Landes.

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Expansion ist afrikanisch

Typisch südafrikanisch auch, dass SAB Miller vor allem im übrigen Afrika weiter wächst. Vier neue Fabriken in afrikanischen Ländern sind geplant, und die übernehmen vom Kap eine aus Sicht deutscher Biertrinker überraschende, aber wohlschmeckende Neuerung: Statt Gerste und Hopfen werden die traditionellen afrikanischen Lebensmittel Hirse und Maniok zu Bier verarbeitet.

Ein ganz anderes Wachstumsrezept hat der in den vergangenen Jahren zur Weltgröße aufgestiegene südafrikanische Öl- und Petrochemiekonzern Sasol, mit mehr als 30 000 Beschäftigten größter Arbeitgeber im Privatsektor Südafrikas. Die in den Fünfzigerjahren gegründete Suid Afrikaanse Steenkool en Olie (Sasol) besorgte sich damals aus Deutschland ein Patent und das Know-how für die Verflüssigung von Kohle: Der damalige Apartheid-Staat hatte wegen seiner Isolierung vom Weltmarkt nie genug Erdöl. Und nach dem Ende der Rassentrennung ließ sich aus dem vermeintlich veralteten Fischer-Tropsch-Verfahren dank der billigen südafrikanischen Kohle und der steigenden Ölpreise sehr viel Geld machen. Mit einem 2006 von Sasol gebauten Gas-to-liquid-Werk in Katar begann die erfolgreiche Internationalisierung des Konzerns: Gasverflüssigung gehört zu den großen Hoffnungen der internationalen Energiewirtschaft.

Andere Konzerne des Landes konzentrieren sich auf die Märkte vor der eigenen Haustür. Der Mobilfunkanbieter MTN expandiert mit durchschnittlichen Wachstumsraten von jährlich 65 Prozent in vielen afrikanischen Ländern, in denen das Festnetz oft kaum funktioniert und gerade darum die Handynetze explosionsartig wachsen. Ähnlich sieht es für Südafrikas größten Einzelhändler Shoprite Checkers aus, mit inzwischen 150 Filialen in Afrika nördlich der eigenen Grenze. „Moderne Supermärkte sind in vielen Teilen Afrikas immer noch fast unbekannt“, sagt Chef Whitey Basson, dessen helle und geräumige Läden vor allem in Madagaskar, Sambia und Mosambik das Leben verändern.

Was nicht heißt, dass die südafrikanischen Unternehmen sich nicht in Industrieländer trauen. Dem Krankenhausbetreiber Medi-Clinic in Kapstadt gehören Krankenhäuser in Dubai und Hirslanden, die größte private Hospitalkette in der Schweiz.

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