Airbus-A380-Triebwerksprobleme: Rolls-Royce erhält Auftrag zur rechten Zeit

Airbus-A380-Triebwerksprobleme: Rolls-Royce erhält Auftrag zur rechten Zeit

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Airbus A380

Ein bisschen Hoffnung für Rolls-Royce. Der Triebwerkshersteller hat einen großen Auftrag aus China erhalten. Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, ist doch Rolls-Royce in Erklärungsnot. Noch immer ist die Ursache für die Schäden an den Triebwerken des Airbus A380 nicht geklärt. Es tauchen immer neue Probleme auf.

Es ist ein dringend notwendiger Hoffnungsschimmer in schwerer Zeit für Roll-Royce. Wenige Tage nach dem Schaden an einem Flugzeugtriebwerk mit anschließender Notlandung eines Airbus A380 der australischen Fluglinie Qantas hat der britische Motorenbauer einen Großauftrag aus China an Land gezogen. Die chinesische Fluggesellschaft China Eastern Airlines bestellt die Triebwerke für 16 Airbus A330 von Rolls-Royce, wie das Unternehmen am Dienstag in London mitteilte. Bei den Triebwerken handelt es sich um Maschinen des Typs Trent 700.

Der Auftrag aus China, für den am Dienstag in Peking eine Vereinbarung unterzeichnet wurde, hat laut Rolls-Royce ein Volumen von 750 Millionen Pfund (rund 866 Millionen Euro). Der Unterzeichnung wohnte auch Großbritanniens Premierminister David Cameron bei. Die Vereinbarung umfasst auch einen Wartungsvertrag, ein Managing System zur Reduzierung des Spritverbrauchs und die Aufrüstung der Trent-700-Turbinen der bisherigen A330-Maschinen der Fluglinie.

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Rolls-Royce hatte am Montag Probleme mit seinen Triebwerken des Typs Trent 900 zugegeben, die ausschließlich für den Airbus A380 verwendet werden. Nähere Informationen zu dem Problem will Rolls-Royce am Freitag herausgeben.

Seit der A380-Notlandung musste auch eine Boeing 747 mit einem Rolls-Royce-Triebwerk notlanden. Und gestern hat Qantas bei drei weiteren Triebwerken Öl entdeckt - an Stellen, an denen kein Öl sein darf. Diese Flecken scheinen der Grund für die Schäden zu sein. Bei der enormen Hitze könne sich das Öl in dem Triebwerk entzünden und zu Materialschäden führen, sagt der Hamburger Triebwerksexperte Willy Bräunling. Qantas-Chef Alan Joyce lässt seine Flotte deshalb weitere drei Tage am Boden.

Ursachenforschung vorantreiben

Die Fluglinien und A380-Hersteller Airbus sind alarmiert. Sie greifen Rolls-Royce an. Das Fehlermeldesystem der Triebwerke habe die Schäden nicht gemeldet. Rolls-Royce - 11,6 Mrd. Euro Umsatz, 39 000 Mitarbeiter - müsse die Ursachenforschung energisch vorantreiben.

Doch schnelle Erfolge sind nicht erwarten. Das möglicherweise entscheidende Puzzleteil bei der Ursachenforschung zum Triebwerkausfall beim Qantas-Airbus A380 ist inzwischen in England. Experten der australischen Behörde für Transportsicherheit (ATSB) sind mit dem sichergestellten Fragment eines zerbrochenen Zahnrads aus dem betroffenen Triebwerk beim Hersteller Rolls-Royce in Derby eingetroffen. Der beschädigte Triebwerk selbst wurde in Singapur erstmals mit einem Sehrohr von innen betrachtet. Es soll in den nächsten Tagen für eine gründlichere Inspektion ausgebaut werden. Das Zahnrad-Teil wird in Derby zusammen mit den Daten aus den Flugschreibern von Bord der Maschine untersucht und ausgewertet, teilte die ATSB mit. Die Behörde betonte, dass so komplexe Untersuchungen bis zu einem Jahr dauern können.

Auf der Suche nach der Ursache für die Notlandung prüft Qantas auch interne Abläufe. So werde besonders analysiert, wie die A380 geflogen werde, verlautete am Dienstag. Die australische Tageszeitung „The Australian“ hatte berichtete, Qantas fliege mit höherem Schub in den Triebwerken als seine Rivalen. Die höhere Leistung habe womöglich zu Vibrationen geführt, die wiederum Öllecks verursacht haben könnten. Qantas-Chef Alan Joyce hatte am Montag gesagt, die bei Qantas genutzten Triebwerke des A380 hätten etwas mehr Leistung als die von Singapore Airlines oder der Lufthansa. Sie seien aber auch für eine stärkere Leistung zugelassen.

Rolls-Royce spielt auf Zeit und gab erst gestern eine dünne Erklärung ab, in der der Konzern ein generelles Problem der Triebwerke abstreitet. Man sei "extrem nervös und hat Angst um das Top-Modell der Airbus-Flotte", berichtet ein Insider aus dem Airbus-Konzern. "Wir arbeiten mit allen Beteiligten daran, die A380 wieder in einen sicheren Betrieb zu bringen", heißt es dort - offiziell. Ein verantwortlicher Manager wird anonym deutlicher: "Der gewaltige Druck, den wir, aber auch die Airlines auf Rolls-Royce ausgeübt haben, wird Wirkung zeigen."

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