Airbus: EADS steht vor schwerstem Jahr - Seite 2

Airbus: EADS steht vor schwerstem Jahr

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Bei Airbus und der Muttergesellschaft EADS sind wackelige Orders nur eine von vielen Sorgen. Beim Superjumbo A380 läuft die Serienfertigung langsamer als geplant. Die für dieses Jahr geplanten 21 Auslieferungen sind aus Sicht von Konzernmanagern kaum zu schaffen.

Größtes Sorgenkind im Konzern ist der Militärtransporter A400M. Für das Flugzeug gibt es nach rund zwei Milliarden Euro teuren Verzögerungen inzwischen nicht mal mehr einen festen Zeitplan. Gleichzeitig muss Airbus beim neuen Langstreckenflieger A350 den Löwenanteil an den gut zwölf Milliarden Euro Entwicklungskosten wahrscheinlich selbst tragen. Ursprünglich sollten die Lieferanten für die Hälfte des Betrags aufkommen und Airbus darüber hinaus auch einen Teil des Währungsrisikos abnehmen, indem sie in Dollar abrechnen. Nun sorgen die Partner für Kosten statt für Ersparnisse.

Weil die meisten auch für Boeing arbeiten, leiden sie sowohl unter der Verspätung des A380 als auch unter der des Boeing-Konkurrenzprodukts 787. Zudem kürzen die Banken in der Finanzkrise den Zulieferern die Kreditlinien. Die Lücke muss Airbus füllen, weil eine Pleite die eigene Produktion zum Stillstand brächte. „Wir haben nicht viele Zulieferer, zu denen es eine Alternative gibt“, sagt EADS-Chef Gallois. Darum ließ er bereits geschätzte gut 100 Millionen Euro an Latecoere aus Frankreich überweisen. Anfang Dezember musste er die deutsche Premium Aerotec mit 500 Millionen Euro aufpäppeln. „Und das waren garantiert nicht die letzten“, erwartet Experte Großbongardt.

Damit der EADS in der Ausgabenflut nicht das Geld knapp wird, hat Gallois eine Runderneuerung gestartet. EADS soll durch mehr Rüstungsgeschäft weniger abhängig von Airbus werden, mehr außerhalb Europas produzieren und vor allem schlanker werden. Doch der Umbau hakt. Das » liegt zum einen an EADS selbst. „Beim Rüstungsgeschäft haben wir neben dem Eurofighter zu wenig andere Verkaufsschlager entwickelt“, sagt ein Manager.

Bei EADS bremsen Politiker und Großaktionäre

Aber EADS wäre nicht EADS, wenn nicht auch Politiker und Großaktionäre den Umbau bremsten. Im Oktober wollte Gallois beim französischen Rüstungs-Elektronikkonzern Thales einsteigen und damit sowohl das Waffengeschäft als auch die Internationalisierung fördern. Doch er musste sich auf Druck der französischen Regierung, die 15 Prozent der EADS-Aktien hält, zurückziehen. Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollte lieber einen nationalen Konzern aus Thales, dem Flugzeugbauer Dassault und der Staatswerft DCNS formen. „Bei einer Übernahme durch EADS“, so ein Insider aus der französischen Waffenindustrie, „fürchtet der Präsident, dass die von ihm ungeliebten Deutschen Zugriff auf geheime französische Rüstungstechnologien erhalten.“

Die zivilen Aktionäre, der Verleger Arnaud Lagardère und der Autokonzern Daimler, verpassten Gallois im November die nächste kalte Dusche. Gallois wollte die Erlaubnis, in den USA ein Rüstungsunternehmen zu kaufen, sobald sich die Chance dazu böte. Doch obwohl er mit Rücktritt drohte, gaben die Aktionäre nicht nach. Sie fürchteten, Geld nachschießen zu müssen, wenn nach einem Zukauf das Geld knapp würde.

Auch bei den Sparprogrammen schießen die Anteilseigner quer. Gallois und Enders wollten unter anderem die Verwaltungen verschlanken und die EADS-Zentralen in Paris und München mit dem Airbus-Hauptquartier in Toulouse verschmelzen. „Doch die französische Regierung hat kein Interesse an einer Verlegung in die Provinz“, sagt ein Manager. „Und Deutschland befürchtet, mit der Schließung der Münchner Zentrale Einfluss zu verlieren.“

Um beim nötigen Umbau des Unternehmens zumindest die Querschüsse aus der Politik loszuwerden, arbeiten Gallois und Enders daran, die heutigen staatlichen Aktionäre loszuwerden. Statt sich als Anteilseigner ständig ins Alltagsgeschäft einmischen zu können, sollen Frankreich, das indirekt rund 15 Prozent der EADS-Anteile besitzt, und Deutschland über eine sogenannte Goldene Aktie nur bei wirklich wichtigen Dinge mitreden können. „Wenn wir zukunftsfähig werden wollen“, formuliert Gallois sein Ziel, „müssen wir von einem politischen Ungetüm zu einem Unternehmen werden.“

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.01.2009, 14:15 UhrAnonymer Benutzer: Helmut

    Wer die Wahrheit zensiert, macht sich schuldig.
    http://www.pi-news.net/2009/01/politische-einheitsfront-gegen-duisburger-polizei/

  • 15.01.2009, 13:29 UhrAnonymer Benutzer: Wer hat noch nicht?

    Wer will nochmal? Ein guter Zeitpunkt, um Subventionen abzuholen. insbesondere, da es sich um eine branche handelt, die von der Politik lieber bedacht wird, als der namenlose Mittelstand.

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