Airbus: Gefährliches Storno für Militärtransporter A400M

Airbus: Gefährliches Storno für Militärtransporter A400M

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Bestellungen des Militärtransporters A400M

von Gerhard Bläske und Rüdiger Kiani-Kreß

Der Militärtransporter A400M sorgt wieder einmal für Aufregung bei Airbus: Nach der Absage Südafrikas droht der Bau des Militärfliegers zu scheitern.

Freude und Trauer liegen bei wenigen Unternehmen so nahe beieinander wie beim Flugzeugbauer Airbus. Wollte doch Konzernchef Thomas Enders am vergangenen Donnerstag in Toulouse den Erstflug seines neuen Frachtfliegers A330–200F feiern. Doch kurz zuvor erreichte ihn eine Nachricht, die ihm seine Freude vergällte. Südafrika stornierte seine Bestellung über acht Exemplare des Militärtransporters A400M. Das traf Airbus unvorbereitet. „Noch in der vorigen Woche hörten wir aus Südafrika, es sei alles in Ordnung“, heißt es im Konzern. Größte Überraschung war der Grund für die Absage. „Neben dem gestiegenen Preis trug zur Entscheidung der Südafrikaner wohl vor allem die Unsicherheit bei, die Deutschland in das Projekt bringt“, heißt es in Berliner Rüstungskreisen.

Bisher galt die Bundesrepublik als wichtigste Stütze des Projekts, weil sie größter Kunde ist. Sie orderte 60 Maschinen, insgesamt liegen Airbus 184 Bestellungen vor. Doch inzwischen gefährdet Deutschland aus Sicht der Industrie das gesamte Vorhaben. Hintergrund: Der Flieger kommt vier Jahre später als geplant und ist mindestens vier Milliarden Euro teurer. Davon hat Airbus nach eigenen Angaben bis heute drei Milliarden übernommen. Nun müssten auch die Auftraggeber ihren Beitrag leisten. Aus Enders’ Sicht haben sie eine Mitschuld an der Misere, weil sie Airbus gedrängt haben, statt eines kanadischen Triebwerks ein europäisches zu nehmen. „Sonst hätten wir mindestens ein Jahr weniger Verspätung“, sagt der Airbus-Chef.

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"Wir bauen das Flugzeug nicht um jeden Preis"

Doch im Gegensatz zu anderen Abnehmerländern will sich Deutschland bisher nicht an den Mehrkosten beteiligen. Zudem fordert die FDP von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), statt 60 nur noch 49 Flugzeuge zu kaufen. Dabei machte Enders schon klar, dass er ohne Nachbesserungen das Projekt einstellen werde: „Wir bauen das Flugzeug nicht um jeden Preis.“ Bisher war das kaum mehr als eine Drohung. Seit dem südafrikanischen Storno aber ist das vorzeitige Ende wahrscheinlicher. Das deutsche Zögern werten potenzielle Besteller offenbar als mangelndes Vertrauen. Der Umstand erschwert es Airbus, neue Kunden außerhalb Europas zu finden. Die braucht Airbus jedoch dringend. „Ohne eine Reihe zusätzlicher Abnehmer“, so ein Airbus-Manager, „wird das Flugzeug wohl niemals Geld verdienen.“

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