Airbus gegen Boeing: Setzen, sechs!

Airbus gegen Boeing: Setzen, sechs!

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Airbus-Anzeige

von Rüdiger Kiani-Kreß

In den Streit um Subventionen für den Bau von Verkehrsflugzeuge zwischen Boeing und Airbus bringen die Europäer Humor und zerlegen eine dröge Boeing-Kampagne mit Schulnoten und Rotstift.

Wenig ist derzeit öder als der gut 20 Jahre alte Streit zwischen Boeing und Airbus, wer mehr staatliche Hilfen bekommt. Beide haben bereits im Jahr 1992 gegenseitig anerkannt, dass sie ihre Flieger mit reichlich Staatsknete bauen. Doch seit 2004 zanken sich beide über ihre Regierungen vor der Welthandelsorganisation WTO, wer wem warum zuerst und mehr weh getan hat – wie bei einer Promischeidung oder zwei Kindern im Sandkasten.

Leider sind sie es nicht, sonst könnte sie die WTO einfach mit Fernsehverbot ins Bett schicken. Stattdessen brüten nun jeweils zwei Teams freiberuflicher WTO-Richter über den Unterlagen. Und wenn die dann ein Urteil sprechen, zanken sich Airbus und Boeing weiter darüber, was die Richter gesagt und gemeint haben.

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Das ist letztlich nur zu ertragen, weil es zwischen dem Gezänk in Anwaltssprech immer wieder mal zumindest ein bisschen was zu lachen gibt – so wie diese Woche. Da hat Airbus den an zänkische (Schul)-Kinder erinnernden Streit mal auf die passende Ebene gebracht.

Airbus zerlegt die Anzeige

Vor zwei Wochen hatte Boeing eine besonders öde Anzeige geschaltet, in der sie der amerikanischen Öffentlichkeit mal wieder erzählte, wie schlimm Airbus so ist und das jüngste Urteil der WTO gegen Boeing zu einem rauschenden Sieg erklärte. Und diesmal reagierten die Europäer etwas gelassener. Sie behandelten die Sache wie eine Klassenarbeit und veröffentlichten das Ergebnis ihrerseits als Anzeige.

Ganz oben die Note in knallrot, nicht ganz überraschend ein "F", was in den USA soviel wie „Ungenügend“ oder „setzen, Sechs“ bedeutet. Dazu der Satz „Das musst Du neu schreiben. Ich erwarte mehr von Dir! Der Lehrer.“

Dann zerlegt Airbus die neun Zeilen der Anzeige und zeiht Boeing detailliert der Lüge. Boeings Dank, dass sich die US-Regierung für fairen Wettbewerb einsetzt, kontert der vermeintliche Lehrer von Airbus „Das ist eine gute Idee für das nächste Mal.“ Am Ende schließlich rät er, doch statt einer Boeing-Internetseite mal neutrale Quellen zu lesen, etwa die großen US Tageszeitungen.

Bleibt zu hoffen, dass die Sache nun auch Boeing zu einer ungewöhnlichen Idee inspiriert.

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